Sport : Kennedy erhobenen Hauptes - und Flynn sagt: "jetzt nicht"

THOMAS ZELLMER

Eisbären-Spieler haben nach Trainerwechsel Stillschweigen vereinbart / Capitals bangen gegen Mannheim um Torhüter MerkVON THOMAS ZELLMER BERLIN.Ron Kennedy ist ein Profi vom Scheitel bis zur Sohle.Kein Jammern, kein Klagen, nachdem der Kanadier am Mittwoch nachmittag von Manager Lorenz Funk hatte erfahren müssen, daß seines Bleibens beim EHC Eisbären nicht mehr bedurft wurde."Jeder Trainer weiß, daß allein er im Mißerfolg verantwortlich gemacht wird.Das Leben geht weiter.Ich gehe erhobenen Hauptes, denn ich kann ein bißchen stolz darüber sein, was wir in den letzten eineinhalb Jahren geschafft haben.Ich wünsche Peter John für die Zukunft alles Gute." Peter John heißt mit Familiennamen Lee und soll mit Hilfe des zweiten Assistenztrainers Hartmut Niêkel nach erster offizieller Diktion bis zum Saisonende der sportlich Hauptverantwortliche der Eisbären sein."Ron wird in den nächsten Tagen aus Berlin abreisen und sich nun vornehmlich um seinen Job als österreichischer Nationaltrainer kümmern.Aber er wird als Berater der Eisbären bei Spielertransfers weiterhin Verbindung zum Klub halten", erklärte Billy Flynn, Marketing-Manager des Hohenschönhausener DEL-Klubs. Flynn, selbst 15 Jahre lang im Trainergeschäft tätig (letzte Station BSC Preussen), wurde in Gesprächen mit dem Eisbären-Aufsichtsrat auch gefragt, ob er sich vorstellen könne, an die Bande zurückzukehren."Ich habe meinen Job geliebt, aber jetzt ist mein Betätigungsfeld ein anderes - und ein wunderbares.Ich sage nicht, daß ich niemals wieder Trainer sein werde.Aber derzeit ist es kein Thema." Flynn ist sich sicher, daß der Wechsel Lee für Kennedy Kräfte bei den Eisbären frei macht: "Es gab zuvor in dieser Saison fünf Trainerwechsel und jedesmal erfolgte ein Leistungsaufschwung.Die Capitals sind doch dafür das beste Beispiel." Vor den beiden entscheidenden Spielen um den direkten Einzug in die Meisterrunde heute in Schwenningen und am Sonntag daheim gegen Kassel sieht Managersohn Lorenz Funk jun.nun die Mannschaft in einer besonderen Verantwortung, "Ausreden gibt es nicht mehr".Über Pro und Contra des Trainerwechsels wollen sich die Eisbären-Spieler nicht äußern."Das haben wir unter uns so verabredet", sagte der Schwede Thomas Sjögren.Peter John Lee sieht die Ursachen für die Talfahrt der Eisbären mit nur sechs Pluszählern aus den letzten zehn Spielen "vor allem im Kopf" und führte gestern intensive Einzelgespräche.Im Trainerberuf bringt Lee lediglich eine kurze Praxis als Spielercoach in Wolfsburg sowie eine zweijährige Amtszeit bei Juniorenteams in Ottawa mit. Die Berlin Capitals bangen für heute abend (19 Uhr 30, Jafféstraße) gegen den Spitzenreiter aus Mannheim um Nationaltorwart Klaus Merk, der seit dem Lokalderby an einer Oberschenkelverhärtung leidet.Mannschaftsarzt Thorsten Dolla sagt: "Im Moment sieht es eher so aus, als könne er nicht spielen.Auf jeden Fall wollen wir ein Risiko vermeiden." Die Mannheimer Adler befinden sich in imponierender Flugphase.Der Meister der Vorsaison hat bewiesen, daß ein Topteam nicht unbedingt große Namen braucht.Mit Trainer Lance Nethery, vor drei Jahren als Unbekannter nach Mannhheim gekommen, will man über die Vertragsverlängerung Ende Januar beim Spengler-Cup in Davos sprechen.Dazu wird auch Mrs.Nethery aus Atlanta kommen, die ihrem Lance immer sagt, er "verkaufe sich zu billig".Sie ist in den USA Brokerin.Man darf annehmen, daß der neue Kontrakt zu keinerlei Klagen Anlaß gibt.

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