Kickers - BVB 4:2 i.E. : Dortmund blamiert sich in Offenbach

Die Offenbacher Kickers bezwingen Borussia Dortmund 4:2 im Elfmeterschießen. Den Kickers gelingt es in einem Kampfspiel die technischen Vorteile des BVB auszugleichen.

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Der ehemalige Unioner Wulnikowski rettet den Offenbachern den Sieg.
Der ehemalige Unioner Wulnikowski rettet den Offenbachern den Sieg.Foto: dapd

Die schön, dass einem von Zeit zu Zeit noch mal ein Trainer der alten Schule begegnet. So wie Wolfgang Wolf. Der Mann, der bei Kickers Offenbach auf der Bank sitzt, hatte vor dem Pokal-Highlight gegen den BVB mit markigen Worten verkündet: „Die Borussia kommt, der Berg muss brennnen.“ Was Wolf meinte, ist klar. Nur mit gesteigerter Einsatzbereitschaft habe der Drittligist überhaupt eine Chance, gegen den Bundesligazweiten zu bestehen.

Am Ende haben 25.000 Besucher im ausverkauften Stadion auf dem Bieberer Berg tatsächlich ein atmosphärisches Feuerwerk abgebrannt. Warum auch nicht, schließlich gab es eine faustdicke Überraschung zu feinern: Kickers Offenbach rang Borussia Dortmund nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen mit 4:2 nieder. Zum Helden eines ungeheuer spannenden Abends wurde Offenbachs Torhüter Robert Wulnikowski, der die Strafstöße von Barrios und Lewandowski hielt. In der ersten Halbzeit erfüllten die Kickers exakt das, was ihr Trainer und die heißblütigen Fans von ihnen erwartet hatten: Sie gaben Gas und ließen die Dortmunder mit ihrer kämpferischen Einstellung nur selten zum Zug kommen.

Für das erste Ausrufezeichen sorgte Elton da Costa Junior, dessen Freistoß Roman Weidenfeller in ernste Bedrängnis brachte. Auch sonst waren die Offenbacher beileibe nicht chancenlos. Bei Nils Teixeiras Weitschuss in der 25. Minute musste der BVB-Torhüter seine ganze Klasse aufbieten, um den Ball an die Latte zu lenken.
Zu wenig Präzision

Auf der anderen Seite kam die Borussia nur schleppend in Gang. Die junge Mannschaft, die in dieser Saison bislang so viel Freude bereitet, stand sich allzu oft selbst im Weg. Dem Pässen fehlte jegliche Präzision und mit den Flanken aus dem Halbfeld machten sie es ihren Gegnern einfach, sich in der Defensive sicher zu positionieren. Die erste gute Möglichkeit hatte der Pole Robert Lewandowski mit einem Schuss aus 20 Metern. In der Folge war immer dann, wenn die Männer in schwarz-gelb Gefahr heraufbeschworen, Lucas Barrios involviert. Der Stürmer aus Paraguay hätte die Gäste durchaus in Führung bringen können, doch sein Kopfball strich über die Latte, sein Schuss wurde von Teixeira von der Linie geschlagen und bei seiner dritten Möglichkeit rettete Offenbachs Keeper Wulnikowski in höchster Not.

Die Kickers hielten das torlose Remis in die Pause und Offenbachs Präsident Dieter Müller lobte: „Die Jungs machen das wirklich gut, sie müssen jetzt weiter dagegen halten.“

Der Wunsch wurde erfüllt. Die Offenbacher agierten weiterhin mit viel Leidenschaft, allerdings kam dem Tabellenführer der 3. Liga auch entgegen, dass ihr klassenhöherer Kontrahent ungewohnt viele Schwächen zeigte. Viel zu schlampig war das Dortmunder Kombinationsspiel, immer wieder tauchte Trainer Jürgen Klopp erbost am Rande seiner Coachingzone auf, um seine Spieler aufzufordern, ihre Aufgabe mit größerer Sorgfalt zu erledigen.

Die Kickers hatten jetzt das, was sie haben wollten: Ein reines Kampfspiel, in dem der Gegner seine technischen Vorteile nicht gewinnbringend einsetzen konnten. Beide Teams belauerten sich in einer intensiv geführten Partie. Die beste Chance in der regulären Spielzeit hatte der eingewechselte Damien Le Tallec, dessen Schuss aus kurzer Distanz Wulnikowski glänzend parierte. Der Außenseiter blieb also im Spiel und wartete in der Verlängerung auf seine Chance, das Spiel zu entscheiden. Doch die kam nicht, dafür gelang es den Kickers, sich mit großem Geschick in das Elfmeterschießen zu retten. Und dann kam der große Auftritt des zuvor schon überragenden Wulnikowski, der ihn in Offenbach in den Rang der Unsterblichkeit befördern wird.

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