Sport : Kiefer scheidet in Australien sofort aus

Melbourne - Nicolas Kiefer suchte nicht lange nach Ausreden. „Da muss man nicht groß rumeiern, ich habe klar verdient verloren“, sagte der 30 Jahre alte Tennisprofi aus Hannover nach der 4:6, 3:6, 1:6-Erstrunden-Niederlage gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero bei den Australian Open. Der schwarze Trainingsanzug, den Kiefer bei der Pressekonferenz trug, passte insgesamt gut ins traurige Bild für das deutsche Tennis am zweiten Tag des Grand-Slam-Turniers in Melbourne. Außer Kiefer schieden noch vier weitere deutsche Profis aus: Andrea Petkovic, Benjamin Becker, Martina Müller und Angelika Bachmann. Nur Denis Gremelmayr und die 18 Jahre alte Grand- Slam-Debütantin Sabine Lisicki aus Berlin besserten die Bilanz etwas auf.

Kiefer, der 2006 im Halbfinale der Australian Open gestanden hatte, präsentierte sich vor allem im dritten Satz völlig mut- und ideenlos gegen die Nummer 21 der Welt. „Ich wusste, dass es schwer würde, aber ich habe mich heute schlecht bewegt und stand deshalb schlecht zum Ball“, sagte Kiefer.

Es hatte auch nichts geholfen, dass ein kleines Grüppchen, das in Schwarz-Rot-Gold gekleidet war, den Hannoveraner immer wieder anfeuerte. „Kämpf noch mal, es ist noch nichts verloren!“, riefen sie im zweiten Satz, „Auf geht’s, Kiwi, auf geht’s!“ noch zu Beginn des dritten – doch während des nur 35 Minuten dauernden letzten Satzes verstummten die Deutschen schließlich ganz. Mit gesenktem Haupt schlich Nicolas Kiefer zum Netz und schüttelte immer wieder den Kopf. Nach 125 Minuten beendete Ferrero das ungleiche Duell auf Außenplatz sechs mit einem Ass. dpa

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