Sport : Kiefer steht in Russland im Finale

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St. Petersburg Nicolas Kiefer hat ein Problem. Seit fünf Jahren hat der deutsche Tennisprofi kein Endspiel mehr gewonnen. Achtmal stand er seither in einem Finale eines bedeutsamen Tennisturniers – und verlor achtmal. Heute erhält er in St.Petersburg erneut die Gelegenheit, dieser unglücklichen Serie ein Ende zu bereiten. Im Halbfinale siegte Kiefer gestern 6:3, 6:4 gegen den Tschechen Robin Vik. Im Endspiel des mit einer Million Dollar dotierten Turniers trifft er auf den an Nummer zwei gesetzten Schweden Thomas Johansson, der gestern Fernando Verdasco aus Spanien im anderen Halbfinale 6:3, 3:6, 6:3 bezwang. Der Nachfolger von Vorjahressieger Michael Juschni aus Russland bekommt ein Preisgeld von 142 000 Dollar und 50 Punkte für das Champions Race; der Verlierer muss sich mit 83 600 Dollar und 35 Punkten trösten.

„Ich brauche in meinem Hausstand keine Teller mehr – ein Pokal wäre wieder mal ganz nett“, sagte Kiefer, der vor fünf Jahren in Hongkong den letzten seiner insgesamt sechs Turniersiege errungen hatte. „Woran ich in Moskau geschnuppert habe, war so gut. Jetzt will ich den ganzen Genuss.“ Vor zwei Wochen hatte er in der russischen Hauptstadt zum 17. Mal in seiner Karriere nach einem Titel gegriffen, aber 7:5, 6:7, 2:6 gegen den Russen Igor Andrejew verloren, obwohl er im zweiten Satz bereits 4:0 in Führung gelegen hatte. Die wohl bitterste Finalniederlage erlebte er in Athen, als das Endspiel um die olympische Goldmedaille im Doppel gemeinsam mit Rainer Schüttler nach fünf dramatischen Sätzen verloren ging.

Falls Kiefer auch das heutige Finale verlieren sollte, erhält er zumindest in der kommenden Woche beim letzten Masters-Turnier des Jahres in Paris eine erneute Chance. Dort warten auf ihn und Thomas Haas alte Bekannte. Kiefer bekam für das Turnier auf Teppichbelag Arnaud Clement zugelost. Gegen den Franzosen, der mit einer Wildcard antritt, hat Kiefer fünf von sechs Matches gewonnen. Beide stehen sich in dieser Saison bereits zum dritten Mal gegenüber.

Auch Haas trifft zum dritten Mal in diesem Jahr auf Andrei Pavel. Insgesamt stehen für Haas fünf Siege und vier Niederlagen gegen den in Ostwestfalen lebenden Rumänen zu Buche. In Abwesenheit der verletzten Spitzenspieler Roger Federer (Schweiz) und Rafael Nadal (Spanien) ist der Amerikaner Andy Roddick an Nummer eins gesetzt. dpa

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