Sport : Kieler Woche: Langes Warten auf den richtigen Wind

Unbeständige Windverhältnisse haben den Terminplan bei der Kieler Woche am zweiten Tag der olympischen Klassen kräftig durcheinander gewirbelt. Mit fünfstündiger Verspätung gingen die Teilnehmer am Donnerstagnachmittag in die Rennen, dadurch dauerte der Wettkampftag bis zum späten Abend an. Dennoch machten sich die Organisatoren keine Sorgen um die Veranstaltung. "Bis jetzt haben wir immer noch unsere Sieger küren können, das geht im Notfall auch, wenn wir fünf Rennen pro Klasse hinbekommen", sagte Kieler-Woche-Chef Dieter Rümmeli. Zumindest am Mittwoch konnten bereits bis zu drei Rennen je Klasse gestartet werden. Gestern hatten die Boote den halben Tag auf der Kieler Förde gelegen und auf besseren Wind gewartet. Eine ärgerliche Situation insbesondere für die Star-Klasse, die mit nur einer Wettfahrt am Mittwoch bereits hinter dem Plansoll zurückliegt.

Dabei haben sich die Teams einiges vorgenommen. Denn gerade mal neun Monate nach den Spielen von Sydney fällt mit der Kieler Woche der Startschuss zur Qualifikation für Olympia 2004 in Athen, und in keiner anderen Klasse ist sie so hart umkämpft wie im Starboot. Ein halbes Dutzend Crews darf sich derzeit Hoffnungen machen, in den nächsten zwei Jahren in den Kampf um die begehrten Tickets einzugreifen. Viel vorgenommen haben sich die Europameister Vincent Hoesch/Florian Fendt (Rimsting/Marktoberdorf), die im vergangenen Jahr vor Sydney knapp auf der Strecke blieben. "Das Ziel heißt auf jeden Fall Athen", sagt Hoesch.

Auseinandersetzen muss sich das bayerische Team sicher mit Ex-Weltmeister Alexander Hagen (Hamburg), der auch in diesem Jahr mit Vorschoter Carsten Witt in einem Boot sitzt. Am Mittwoch hatten sich die beiden Hanseaten zunächst mit Platz 15 begnügen müssen, während Hoesch/Fendt im ersten Rennen auf Platz fünf segelten. "Unser Start war sicher nicht nach Maß, aber wir können zulegen", verspricht Hagen.

Während mehrere neue Crews - allen voran die Hamburger Michael Koch und Kai Falkenthal (Hamburg) - auf ihre Chance warten, visiert auch der erst kürzlich vom Deutschen Segler-Verband (DSV) bis zum Jahresende gesperrte Marc Pickel (Kiel) mit Vorschoter Thomas Auracher das Ziel Olympia an. Sydney-Starter Pickel, der nach einer Prügelei im Deutschen Haus der Olympia-Stadt Rennverbot erhielt, kündigte an, seine Startberechtigung einzuklagen.

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