Sport : King Kong geht

Der leise Abschied des Eishockey-Profis Uwe Krupp

Claus Vetter

Das Finale von 1996 gilt als eines der dramatischsten der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL. Es lief die vierte Verlängerung in der Miami Arena, als ein Verteidiger der Colorado Avalanche von der blauen Linie mit einem Schlagschuss den Torhüter der Florida Panthers überwinden konnte. Das 1:0 nach 105 Minuten bedeutete für den Klub aus Denver den Gewinn des Stanley Cups, des Titels. Getroffen hatte ein gebürtiger Kölner: Uwe Krupp.

Mit 37 Jahren hört Krupp nun auf. Das Tor gegen die Panthers wird der größte Moment einer Karriere bleiben, wie sie sonst keinem Deutschen gelungen ist: 810 Spiele in der NHL, zweimal Gewinner des Stanley Cups, erster Verteidiger in der NHL mit einem Hattrick. „King Kong“ haben sie ihn genannt – ein Spitzname, der abseits der Eisfläche gar nicht auf den bescheidenen Krupp passen wollte. Schon mit 21 Jahren verließ er nach zwei Meistertiteln mit den Kölner Haien die Heimat, er erkämpfte sich einen Stammplatz bei den Buffalo Sabres. Daheim wurde er fast vergessen. „In Denver erkennt mich jedes Kind. Aber in Deutschland ist der Udo Kießling viel bekannter“, sagte Krupp im Februar 2000 dem Tagesspiegel. Vielleicht lag es daran, dass seine Einsätze im Nationalteam sporadisch waren und meist unglücklich verliefen. Als er 1998 bei Olympia verspätet zur deutschen Auswahl stieß, war die schon aus dem Rennen um Medaillen.

Krupp plagte sich mit der Bandscheibe herum. In dieser Saison machte er nur noch vier Spiele für die Atlanta Trashers. Nun, mit 37, macht der Körper nicht mehr mit. Vielleicht hat Uwe Krupp zu spät aufgehört – aber er bleibt einer der erfolgreichsten deutschen Sportler überhaupt.

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