KIRCHS COMEBACK : Erlaubter Neustart

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Die Entscheidung der DFL, die Vermarktung der Bundesligarechte wieder in die Hände von Leo Kirch zu legen, verschafft dem größten Pleitier Deutschlands ein Comeback. Am 8. April 2002 hatte die Kirch Media AG als erster Teil der Kirch-Gruppe mit mehr als 100 Tochterfirmen Insolvenz angemeldet. Zahlreiche andere Konzernbereiche folgten. 1900 Gläubiger warten noch auf ihr Geld, Forderungen in einer Gesamthöhe von 3,7 Milliarden Euro sind noch offen, ursprünglich waren es mehr als zehn Milliarden Euro. Bis zum Abschluss sollen nach Angaben des Insolvenzverwalters noch sechs Jahre vergehen.

NEUER SPIELRAUM

Die Pleite von damals behindert Kirchs Neustart nicht unmittelbar, weil er als Ex-Vorstand der 2002 zusammengebrochenen Kapitalgesellschaften nicht persönlich haftet. Da man ihm bis heute auch keine „insolvenzspezifischen Straftaten“ – etwa Insolvenzverschleppung oder einen Griff in die Firmenkasse – nachweisen konnte, hat er als Unternehmer alle Freiheiten. Die noch vorhanden Vermögenswerte der ehemaligen Kirch-Gruppe sind Teil der Insolvenzmasse. Sie dürfen also nicht für Kirchs neue Geschäfte eingesetzt werden. Unklar ist, woher Kirch die finanziellen Ressourcen hat, um über seine neue Agentur Sirius, eine Tochter seines Unternehmen KF15, der DFL bis 2015 Einnahmen in Höhe von drei Milliarden Euro zu garantieren. Eine nicht genannte Bank bürgt dafür. Immobiliengeschäfte, die Kirch zusammen mit seinem Intimus Dieter Hahn gemacht hat, sollen sehr erfolgreich gewesen sein. Gut 120 Millionen Euro plus Aktien kassiert er zudem nach seinem Einstieg bei der Medienfirma EM Sport Media (Ex-EM.TV). mot

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