Kitesurfen : „Abheben wie ein Vogel“

Weltmeisterin Kristin Boese erklärt, was das Besondere am Kitesurfen ist.

Luise Hermann
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Kristin Boese, 32, hat 2001 mit dem Kitesurfen begonnen und ist seitdem acht Mal Weltmeisterin geworden. Foto: dpadpa

Frau Boese, Sie sind gerade in St. Peter-Ording beim Kitesurf Worldcup 2009. Waren Sie heute schon auf dem Wasser?



Ja, ich komme gerade vom Wasser, hab mich eben erst umgezogen. Ich bin heute drei Durchgänge in der Disziplin Freestyle gefahren und hatte super viel Spaß.

Wie ist es denn gelaufen?

Ich bin Sechste geworden, bin aber sehr zufrieden damit, da ich beim Freestyle nur just for Fun mitfahre und mich eher auf die Rennen konzentriere.

Sie kommen aus Potsdam. Gibt es dort überhaupt gute Plätze zum Kitesurfen?

Leider nicht. Ich hab es mal probiert, der Versuch ist dann aber mit einem Kite im Baum geendet. Aber auf dem Darß kite ich gerne. Da hab ich auch das erste mal einen Kiteschirm in der Hand gehabt.

Wie kam es dazu?

Ich war damals Windsurflehrerin und habe da mal so einen Kiter gesehen, der übers Wasser düste. Das fand ich ganz spannend und hab es gleich mal ausprobiert.

Sollte man denn Surfen können bevor man mit dem Kiten beginnt?

Nein. Man muss eigentlich überhaupt keine Voraussetzungen mitbringen, es kann jeder lernen. Aber natürlich bringt jegliche Wind- oder Boarderfahrung schon Vorteile. Egal ob man snow-, wake- oder skateboardet, das bringt Boardgefühl mit sich. Und wenn man vorher schon mal einen Windsport gemacht hat, also Segeln, Windsurfen oder auch einfach nur Drachensteigenlassen am Strand, dann hat man es natürlich mit dem Beherrschen des Kites einfacher.

Warum sollte man Kitesurfen mal ausprobieren?

Das Faszinierende ist, dass man komplett geräuschlos übers Wasser fahren kann. Man ist mit den Elementen Wasser, Wind und optimalerweise auch Sonne zusammen und kann dann dabei auch noch abheben und schweben. Ich sag immer: Wie Jesus übers Wasser laufen und dann abheben wie ein Vogel.

Haben Sie denn keine Angst?

Nein. Kitesurfen war sicher mal sehr gefährlich. Da gab es noch keine Sicherheitssysteme und dadurch leider ein paar tödliche Unfälle. Aber dann hat die Kiteindustrie reagiert und jetzt haben wir Schnellauslösesysteme, im Prinzip wie beim Fallschirmspringen: Man zieht einfach an einer roten Lasche und kann sich dann vom Schirm lösen. Dadurch ist Kitesurfen wirklich viel ungefährlicher geworden.

- Das Gespräch führte Luise Hermann.

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