Sport : Klappstuhl statt V-Stil

Vor der heutigen Entscheidung auf der Großschanze gönnten sich Sven Hannawald und Martin Schmitt Mußestunden - Sonnenbad statt Telemark. Auf Klappstühlen verfolgten die für den heutigen Wettbewerb ohnehin gesetzten deutschen Top-Springer das Training der Konkurrenz. Hannawald schonte seine Nerven, Schmitt sein lädiertes Knie. Nach der Silbermedaille auf der Normalschanze gilt der Hinterzartener Hannawald auf dem großen Bakken als heißer Anwärter auf die Goldmedaille. Doch der Gewinner der Vierschanzentournee stapelt tief: "Es sind so viele am Start, die auch gut springen."

Die Liste der Konkurrenten um den Olympiasieg ist lang. Dem Schweizer Simon Ammann ist nach seinem Überraschungssieg auf der Normalschanze auf dem 120-m-Bakken ebenso viel zuzutrauen wie dem Weltcup-Führenden Adam Malysz (Polen), der bei der ersten Olympia-Entscheidung in Park City nur wegen einer schlechten Landung auf dem Bronzeplatz landete und im Training dominierte.

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Newsticker: Aktuelle Nachrichten von den XIX. Winterspielen sowie weitere Sportmeldungen Bundestrainer Reinhard Heß könnte bereits vor der Mannschaftskonkurrenz am Montag sein erklärtes Ziel von zwei Olympiamedaillen erreichen. "Sven ruft sein Potenzial hervorragend ab, und Martin zähle ich immer noch zu den Medaillenkandidaten", sagte er. Der Thüringer gab seinem Landsmann Stephan Hocke (Oberhof) und Michael Uhrmann (Rastbüchl) den Vorzug und ließ den im Training ebenfalls gut springenden Mannschafts-Weltmeister Christof Duffner (Schönwald) außen vor.

Für Heß war die Option zu Gunsten des 18 Jahre alten Weltcupsiegers von Engelberg eine Entscheidung "für den Mann der Zukunft". Dem 30-jährigen Duffner blieb nichts anderes übrig, als enttäuscht die Entscheidung zu akzeptieren. "Bei uns wird nicht diskutiert", stellte Kotrainer Wolfgang Steiert klar. Eine Vorentscheidung für das Team-Springen sei damit aber noch nicht gefallen: "Da werden die Karten im Training neu gemischt." Die Trainingspause von Hannawald und Schmitt ist nicht völlig unproblematisch. Die beiden besten deutschen Springer ließen im Vorjahr den Weltcup aus und müssen sich nun in kürzester Zeit an die neue Schanze gewöhnen. "Wir gehen davon aus, dass man mit einem Sprung die Schanze in den Griff bekommt", ist Steiert optimistisch und erhält dabei Schützenhilfe von Jens Weißflog. "Wenn man gut drauf ist, reicht ein Sprung, wenn nicht, dann reichen auch zehn Sprünge nicht", erklärte der Olympiasieger von 1994. dpa

Hannawald mit zweitbester Weite - Auch Uhrmann qualifiziert

Salt Lake City (dpa) - Sven Hannawald hat am Dienstag in der Qualifikation zum olympischen Skisprung-Wettbewerb auf der Großschanze die zweitbeste Weite erzielt. Der Olympia-Zweite von der Normalschanze kam auf 122 m, nachdem er im Probedurchgang gestürzt war. Weiter als der Hinterzartener sprang lediglich Weltcup-Sieger Adam Malysz aus Polen mit 123,5 m. Als vierter deutscher Springer neben Hannawald, Martin Schmitt (Furtwangen/113 m) und Stephan Hocke (Oberhof/113,5) qualifizierte sich Michael Uhrmann (Rastbüchl) als Elfter mit 119 m für den Wettbewerb am (morgigen) Mittwoch.

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