Sport : Klappt doch, Jürgen

miro

Der Unterschied zwischen Jürgen Klinsmann und Jürgen Klemann ist gar nicht mal so groß. Dem schwäbischen Stürmer war es über Jahre hinweg gelungen, auf verantwortungsvollen Posten auszuharren, auch wenn er mal nicht so erfolgreich das tat, wofür er mit zunehmender Zeit immer besser bezahlt wurde. Und von Klemann weiß der Berliner, dass auch der Dauer-Senator nicht ausschließlich Treffer landete.

Während Klinsmann erst vor ein paar Wochen feuchte Augen bekam, als er sich für immer von den Grünflächen dieser Welt verabschiedete, dürften Klemann gestern entsprechende Gefühle durchsaust haben. Der Bausenator durfte - vermutlich zu seiner eigenen Überraschung - einer Gruppe prüfender Herren vom europäischen Fußballverband Uefa die frohe Botschaft überbringen, wonach die Affäre Klappstuhl doch noch ein gutes Ende gefunden habe. 43 000 Klapp- bzw. Schalensitze seien im Berliner Olympiastadion eingebaut worden, nachdem es lange Zeit danach ausgesehen hatte, als müsse der Bausenator selbst mit Hand anlegen bei der geforderten Umbestuhlung für den internationalen Auftritt des derzeit besten Berliner Werbeträgers. Da in den zurückliegenden Tagen nicht nur an diesen, sondern in den dazugehörenden Nächten gewerkelt wurde, konnte wohl auch Klemann ruhig in den Schlaf finden.

Nun also fiel es dem Bausenator anheim, ganz offiziell die Berliner Lokalposse für beendet zu erklären. Inwiefern diese Angelegenheit nun im Senat erfolgreich ausgesessen wurde, oder anderswo, ist unerheblich. Denn seit Helmut Kohl weiß das deutsche Volk, dass entscheidend ist, was hinten rauskommt.

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