Klares 5:1 in der Champions League : Pep Guardiola siegt - und schweigt

Das Hinspiel hatte der FC Bayern in London noch 0:2 verloren, im Heimspiel ließen die Münchner dem FC Arsenal nicht den Hauch einer Chance.

Thomas Müller hat Spaß, Per Mertesacker weniger.
Thomas Müller hat Spaß, Per Mertesacker weniger.Foto: dpa

Dass Mesut Özil ein hervorragender Fußballspieler sein kann, ist keine allzu neue Erkenntnis. Ein hervorragender Schauspieler ist er eher nicht. Özil wirkte ein bisschen zu theatralisch, als er im Champions-League-Spiel gegen den FC Bayern München das Unschuldslamm mimte. Ich?, fragte er mit großer Geste. Ich habe doch gar nichts gemacht. Doch, hatte er. Özil hatte den Ball mit dem Ellbogen ins Tor befördert, der Treffer zum vermeintlichen 1:1 für den FC Arsenal zählte nicht, stattdessen sah der deutsche Nationalspieler die Gelbe Karte. Von Özils fußballerischen Fertigkeiten war gestern in München auch nicht viel zu sehen, aber damit besaß er in seiner Mannschaft kein Alleinstellungsmerkmal. Die Londoner waren für die Bayern kein ernstzunehmender Gegner. Schon zur Pause hieß es 0:3, am Ende stand eine 1:5-Niederlage.

„Wir haben unser Ziel erreicht, das Spiel zu gewinnen. Das war schon ein Schlüsselspiel für uns“, sagte Doppel-Torschütze Thomas Müller im ZDF. „Das schnelle Tor hat ihnen sehr geholfen“, meinte Per Mertesacker. „Wir waren nicht in der Lage dagegen zu halten.“

Pep Guardiola genoss den Sieg nach dem Spiel schweigend - zumindest, was seine Zukunft beim FC Bayern angeht. Zur Frage nach einer Vertragsverlängerung beim Rekordmeister sagte der Katalane: „Diese Frage ist nicht erlaubt.“ Zum Restprogramm in der Gruppe äußerte sich Guardiola hingegen schon. „Wir hatten ein Finale, jetzt sind wir theoretisch schon für die nächste Runde qualifiziert“, sagte der Trainer. „Wir wollen Erster in der Gruppe werden, und das ist der Grund, warum du gegen Olympiakos gewinnen musst.“ Als Gruppenerster würde man vermutlich Schwergewichten wie Real Madrid oder Titelverteidiger FC Barcelona im Achtelfinale aus dem Weg gehen.

Die Begegnung gegen Arsenal nterschied sich nicht allzu sehr vom Hinspiel vor zwei Wochen – mit einem kleinen, aber gewaltigen Unterschied. Diesmal nutzten die Bayern ihre klare Überlegenheit auch zu Toren. Schon in der zehnten Minute brachte Robert Lewandowski die Münchner mit einem Kopfball in Führung. Gabriel Paulista hatte bei Thiagos Flanke zu spät versucht, den Polen ins Abseits zu stellen. Das Tor war regelgerecht – anders als der vermeintliche Ausgleich durch Özil nicht einmal zwei Minuten später. Es sollte bis zur Pause Arsenals einzige bemerkenswerte Aktion in der Offensive bleiben.

Anders als im Hinspiel konnte Bayern diesmal die Überlegenheit in Tore ummünzen

Ganz anders die Bayern, die in der ersten Halbzeit rund 60 Prozent Ballbesitz hatten und 15 Torschüsse abgaben. Arsenals Torhüter Petr Cech war noch der beste Spieler seiner Mannschaft. Kurz vor der Pause fischte er einen Schuss von Thomas Müller gerade noch aus dem Winkel, bei den beiden weiteren Toren der Münchner war er machtlos. Vor Müllers Tor zum 2:0 hatte Arsenals Abwehrchef Per Mertesacker den Schuss mit seinem Knie noch so abgefälscht, dass der Ball hart am Pfosten vorbei ins Tor flog. Und beim 3:0 eine Minute vor der Pause traf David Alaba aus gut 20 Metern genau in den Winkel.

Die Bayern hätten es in der zweiten Halbzeit natürlich ein bisschen ruhiger angehen lassen können, aber da war erst einmal Arjen Robben vor. Der Holländer hatte 53 Minuten auf der Bank auf seinen Einsatz warten müssen, kaum war er auf dem Feld erhöhte er nach Vorarbeit von Alaba auf 4:0. Der Torschuss, 37 Sekunden nach seiner Einwechslung, war Robbens erster Ballkontakt.

Danach wurden die Bayern etwas gnädiger, Trainer Pep Guardiola nahm drei frühe Wechsel vor; Holger Badstuber, zum ersten Mal seit April wieder im Kader, durfte allerdings noch nicht aufs Feld. Den Platz von Innenverteidiger Jerome Boateng nahm Mehdi Benatia ein. Möglicherweise lag es an Boatengs Fehlen, dass die Gäste noch zum 1:4 kamen. Alexis Sanchez flankte zwischen die beiden Innenverteidiger Benatia und Javi Martinez, Olivier Giroud konnte den Ball unbedrängt mit der Brust annehmen und per Seitfallzieher vollenden. Thomas Müller traf zwei Minuten vor Schluss zwar nach einem Konter noch zum 5:1, das schönste Tor des Abends aber hatten die Gäste erzielt. (Tsp)

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