Sport : Klasse der Klammen

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Lust auf Kunststücke abgehalfterter Bundesligaprofis oder auf abgestürzte Traditionsklubs mit Finanzproblemen? Dann gibt es am Freitag etwas zu feiern: Die Dritte Liga startet in ihre fünfte und womöglich schwerste Saison. Die Frage, wer zuerst insolvent geht ist ähnlich spannend wie die nach den Aufsteigern. Denn die Klasse unterhalb der zwei Bundesligen hat sich nicht als dritte Kraft im deutschen Profifußball etablieren können. Vielmehr ist sie eine klamme Gesellschaft, für die der Überlebenskampf mit dem ersten Spieltag beginnt.

Der Gedanke, eine starke Liga unterhalb der beiden Bundesligen zu schaffen, war gut. Die alten Regionalligen mit ihren vielen Reserveteams der Bundesligisten waren für Zuschauer und Fernsehen unattraktiv. In der Dritten Liga sollten zweite Mannschaften eine Nebenrolle spielen, nur vier durften zum Start 2008 mitmachen. Inzwischen bedarf es solcher Reglementierungen nicht mehr. Lediglich Dortmund und der VfB Stuttgart schicken ihre Reserve in eine Liga, die kaum Platz für Talente bietet. Vielmehr spielen sich von Marek Mintal bis Michael Thurk, von Rostock bis Heidenheim ehemalige Bundesligaprofis noch etwas für die Rente zusammen. Für die besser situierten Klubs geht es nur darum, die unlukrative Liga schleunigst zu verlassen. Der Rest kämpft ums Überleben. Gerade mal 14 Millionen Euro werden an Fernsehgeldern unter 20 Klubs aufgeteilt – in der Zweiten Liga sind es 90 Millionen. Fehlendes Geld ist das Grundproblem der Dritten Liga, die sich nicht Bundesliga nennen darf, weil sie nicht unter dem Dach der Deutschen Fußball-Liga spielt. So macht Profifußball in Deutschland wenig Sinn.Seite 17

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