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Klaus Allofs : "Ich habe kein schlechtes Gewissen"

25.11.2012 08:07 Uhrvon
Klaus Allofs, 55, war 13 Jahre Manager bei Werder Bremen. Seit Mitte November ist er es nun in Wolfsburg.Bild vergrößern
Klaus Allofs, 55, war 13 Jahre Manager bei Werder Bremen. Seit Mitte November ist er es nun in Wolfsburg. - Foto: dapd

Klaus Allofs trifft am Samstag als Wolfsburger Manager auf seine lange Liebe Bremen. Hier spricht er über Gefühle, Pläne und Wechselverbote für Fußballmanager.

Herr Allofs, wie werden Sie am Samstagnachmittag Ihren langjährigen Bremer Weggefährten Thomas Schaaf begrüßen, der plötzlich Ihr Gegner ist?

Ganz normal. Wir haben uns sonst vor einem Spiel auch nicht innig umarmt. Und wir werden uns bei unserem Wiedersehen nicht auf den Präsentierteller begeben. Ich weiß: Jede Gefühlsregung von mir wird wahrscheinlich beobachtet und interpretiert.

Was macht er, wenn Werder spielt? Wie jubelt er für Wolfsburg?

Werden Sie sich, wenn Wolfsburg ein Tor gegen Bremen schießt, das Jubeln verkneifen?

Nein. Ich verstehe das auch bei Spielern nicht, die den Verein wechseln, gegen ihren Ex-Klub ein Tor schießen und nicht jubeln wollen. Wenn man für seine Mannschaft jubelt, ist das keine Respektlosigkeit gegenüber dem Gegner. Ich vertrete jetzt die Interessen des VfL Wolfsburg. Meine Sympathien für Werder sind davon in keiner Weise beeinflusst. Ich habe keinen Grund, mich zu verstecken.

Hat Sie der Wirbel wegen Ihres Wechsels mitten in der Saison überrascht?

Das Medienecho ist schon sehr groß. Aber ich finde das nicht dramatisch.

Weil Sie schon seit langer Zeit in einer Branche arbeiten, in der man nicht immer die Wahrheit sagen kann?

Gegenfrage: In welcher Branche wird immer die Wahrheit gesagt? In meinem Fall ist an den bedeutenden Stellen offen gesprochen worden – also in der Zusammenarbeit mit Thomas Schaaf, mit meinen Kollegen in der Geschäftsführung und mit dem Aufsichtsrat. Das ist mir wichtig. In der Öffentlichkeit stand im Vordergrund, die Ruhe zu bewahren und die Mannschaft nicht negativ zu beeinflussen. Deshalb habe ich auch kein schlechtes Gewissen.

Gehört der Wechsel eines Geschäftsführers oder Managers mitten in der Saison zur Konkurrenz nicht besser verboten?

Bedeutet das denn auch, dass kein Manager mehr mitten in der Saison entlassen werden darf? Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, über Wechselfristen für Manager nachzudenken. Es stimmt: Wir denken in dieser Branche immer in Spielzeiten. Aber mitten in der Saison zu gehen, hat es mir und ich glaube auch dem Verein sogar leichter gemacht. Ich denke, dass es ein guter Moment war. Die Arbeit für Werder war in dieser Saison weitestgehend getan. Es gab einen Umbruch, die Mannschaft ist auf den Weg gebracht worden und sie funktioniert.

Konnte Werder gar nicht Nein sagen, als die Anfrage kam? Der Volkswagen-Konzern, dem der VfL Wolfsburg gehört, ist schließlich auch Sponsor von Werder.

Die Verantwortlichen von Werder konnten und wollten nicht Nein sagen, weil wir korrekt und sehr gut miteinander umgegangen sind. Und wer sich 13 Jahre lang mit dem Verein identifiziert und ihn repräsentiert hat, dessen Entscheidung sollte man respektieren. Ich war bei den Gesprächen rund um meine Vertragsauflösung in Bremen nicht dabei. Da bin ich von den Verantwortlichen bewusst außen vor gelassen worden. Ich weiß aber, wie die vertragliche Situation zwischen Werder und VW ist. Da bestand rund um meinen Wechsel keine Gefahr.

Welche Strukturen und wie viel Fußball-Kompetenz finden Sie beim VfL vor?

Ich kann nicht nach einer Woche bei einem neuen Verein sagen, was gut ist und was falsch ist. Ich bin ohne Vorurteile hierhergekommen, für alles offen, möchte beobachten und mir ein Bild machen. Von dem, was schiefgelaufen ist und von dem, das sich bewährt hat.

Sind Sie in der Wolfsburger Trainerfrage auch ganz offen?

Das Erste, was ich hier getan habe, war ein Gespräch mit Lorenz-Günther Köstner zu führen. Ich habe ihm gesagt, dass das vollste Vertrauen da ist. Die Mannschaft ist bei ihm in guten Händen und wird gut auf die Spiele vorbereitet. Wir gehen ganz offen miteinander um.

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