Sport : Klein übernimmt Groß

Die Deutsche Fußball-Liga will die Beziehung zum DFB neu regeln und mehr Macht für sich

-

Leverkusen (dpa). Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will mehr Mitbestimmung und Geld. Deshalb hat sich Wolfgang Holzhäuser, DFL-Vorstandsmitglied, dafür ausgesprochen, die Beziehung zwischen Liga und Deutschem Fußball-Bund (DFB) neu zu ordnen. „Für die DFL ist es schlecht, wenn sie in der Öffentlichkeit als der kleine DFB betrachtet wird“, sagte er. „Die DFL ist nun mal für den gesamten Lizenzfußball verantwortlich. Und alles, was der DFB macht, kommt direkt oder indirekt vom Lizenzfußball.“ Aus diesem Grund schlägt der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen vor, „den DFB in die DFL als Gesellschafter“ zu integrieren.

Noch ist es umgekehrt. Laut dem bis Ende 2005 gültigen Grundlagenvertrag ist die DFL ordentliches Mitglied im DFB. Bei dem vorgeschlagenen Modell geht es Holzhäuser um mehr Parität bei Entscheidungen und um eine gerechtere finanzielle Aufteilung. Der DFB solle weiterhin mit der Organisation des Amateursports, der Rechtsprechung, dem Schiedsrichterwesen und der Ausbildung befasst sein. Damit der DFB nicht übervorteilt werde, solle er als Gesellschafter in der DFL eine Sperrminorität erhalten.

Der DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder habe generell Gesprächsbereitschaft signalisiert, sagte Holzhäuser. Dem DFB müsse als „Bewahrer des Fußballsports“ weiter eine starke Stellung eingeräumt werden, doch müssten auch den neuen Entwicklungen Rechnung getragen werden. Durch die Erfolge der Nationalmannschaft bei der WM 2002 habe der DFB neue Sponsorenverträge abschließen können, während dem Lizenzfußball gleichzeitig weniger Geld zur Verfügung stehe. „Der DFB ist inzwischen ein Wettbewerber gegen die Vereine, was den Kampf um Sponsoren betrifft. Und die DFL wird da benachteiligt“, sagte Holzhäuser.

Allein die Veränderung dieser Eckwerte sollte zu einer Veränderung des Grundlagenvertrages führen, sagte Holzhäuser. „Wenn sämtliche Rechte an die DFL übertragen werden, müsste die Liga dafür sorgen, dass der DFB die Mittel zur Verfügung gestellt bekommt, die er braucht, um seine Aufgaben zu erfüllen.“ Der wirtschaftliche Erfolg des DFB sei letztlich auf die Liga zurückzuführen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar