• Kleine Halle, Lärm und große Hitze Alba erwartet heute in Oldenburg großer Kampf

Sport : Kleine Halle, Lärm und große Hitze Alba erwartet heute in Oldenburg großer Kampf

Helen Ruwald

Berlin - Am Montagmorgen hatte Alba Berlin bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet. Maßnahmen gegen den stimmlichen Untergang in Oldenburg heute Abend (20.45 Uhr). Die Halle ist winzig, aber gefürchtet. Sie ist eng, laut und stickig. 3148 Fans werden sich darin drängen, für mehr ist kein Platz. Sie werden in drückender Hitze versuchen, die Profis der EWE Baskets Oldenburg im vierten Play-off-Halbfinale gegen Alba Berlin zum Sieg zu brüllen. Der würde den 2:2-Ausgleich in der Best-of-five-Serie und ein Entscheidungsspiel am Donnerstag (18.30 Uhr) in Berlin bedeuten. Ein solches möchten die Berliner unbedingt verhindern, und deshalb werden auch die Alba-Fans in den Kampf geschickt. Heute Mittag startet ein kostenloser Fan-Bus nach Oldenburg, morgen früh gegen 5 Uhr kehrt er zurück. Wer nicht mitreisen mitreisen kann, hat die Möglichkeit, das Spiel auf Großbildleinwand im Pfefferberg (Schönhauser Allee 176, Haus 13) live zu verfolgen. Ab 18.20 Uhr läuft das Halbfinalspiel zwischen Bonn und Frankfurt (Stand: 1:2), anschließend das Alba-Spiel.

Für Albas Basketballer ist die Reise weniger beschwerlich als für die Fans. Sie flogen gestern nach Bremen, zum zweiten Spiel waren sie noch mit dem Bus gefahren. „Es ist nicht viel Zeit zu regenerieren. Ich hoffe, wir haben Stärke und Konzentration für die ganze Woche“, sagte Trainer Luka Pavicevic nach dem 73:79 im dritten Halbfinalspiel, mit dem der Finaleinzug zumindest verschoben wurde. In den 48 Stunden zwischen Spiel drei und vier ging es vor allem darum, müde Muskeln und Wunden zu pflegen. Immanuel McElroy, am Sonntag ständiger Antreiber und mit 24 Punkten und sechs Rebounds bester Berliner, verletzte sich erneut am linken Knöchel. Bereits im Viertelfinale gegen Bremerhaven hatte er sich eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zugezogen. Vorgestern humpelte er vom Feld, kehrte aber zwei Minuten später zurück. „Es ist Play-off-Zeit, egal, was für eine Verletzung ich habe“, sagte der Amerikaner. Ob er tatsächlich auflaufen kann, soll sich kurz vor dem Spiel entscheiden. Sein Ausfall wäre eine starke Schwächung für Alba. Auch McElroys Landsmann Jason Gardner, Oldenburgs genialer Aufbauspieler, verletzte sich am Sonntag am Fuß. Voraussichtlich wird er spielen können. 45 Punkte hat er in den drei Play-off-Spielen gegen Alba erzielt, 15 waren es am Sonntag.

„Wir haben ja von Anfang an gepredigt, dass Oldenburg Qualität hat“, sagte Sportdirektor Henning Harnisch nach Oldenburgs erstem Sieg in Berlin im 14. Versuch. Geschäftsführer Marco Baldi glaubt, dass „entscheidend sein wird, wie man mit dieser Niederlage umgeht“. In den ersten beiden Spielen hatte Alba nach deutlichem Rückstand die Nerven bewahrt und mit einer Energieleistung beide Spiele gedreht. In Spiel drei hingegen reichte eine 10-Punkte-Führung in eigener Halle nicht zum Sieg. Die Frische, die Alba in der Endphase der ersten Spiele ausgezeichnet hatte, fehlte.

Ein ums andere Mal scheiterten ausgerechnet die erfahrensten Profis an der Freiwurflinie, im Gegenzug flogen Oldenburgs Distanzwürfe reihenweise in den Korb. Patrick Femerling vergab fünf Freiwürfe, Immanuel McElroy vier, Julius Jenkins drei. Grübeln über das Warum wollte Jenkins nicht. „Wir haben einfach verworfen. Wir müssen ruhig bleiben und positiv denken“, sagte er. Bobby Brown hingegen, der seine beiden Freiwürfe traf, glaubt, dass die Fehlwürfe „eine Frage der Konzentration sind. Man verwirft einen, fängt an nachzudenken, der Druck wächst“. Und dann geht auch der zweite Versuch daneben.

Vergangene Woche in Oldenburg waren es noch die Gastgeber gewesen, die nur 6 von 17 Freiwürfen verwandelt hatten. Wesentlich für den Ausgang des heutigen Spiels wird also sein, wer im entscheidenden Moment die Nerven behält. Trotz kleiner Halle, Lärm und Hitze.

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