Sport : Kleine Renaissance

Der Hamburger SV erkämpft sich unter seinem neuen Trainer Bert van Marwijk ein 2:2 in Frankfurt.

Peppi Schmitt
Da lang geht’s nach oben. Bert van Marwijks Start lässt Hamburg hoffen. Foto: dpa Foto: dpa
Da lang geht’s nach oben. Bert van Marwijks Start lässt Hamburg hoffen. Foto: dpaFoto: dpa

Frankfurt am Main - Der Hamburger SV hat mitten in der großen Krise einen Punkt geholt. Hatte das glückliche 2:2 (1:1) bei der Frankfurter Eintracht schon etwas mit dem neuen Trainer Bert van Marwijk zu tun? Womöglich ein kleines bisschen, denn die zuletzt so anfälligen Hamburger waren diesmal zumindest in der Lage, zwei Rückstände aufzuholen und ein Unentschieden zu erkämpfen.

„Wir wussten vorher, dass es nicht so einfach werden würde“, sagte van Marwijk nach seinem ersten Spiel als HSV-Coach: „Am Ende haben wir verdient das 2:2 geschossen.“ Für seine Spieler war die zweimalige Aufholjagd gegen den Europa-League-Teilnehmer aus Frankfurt ein Fortschritt. So erinnerte sich ein glücklicher Marcell Jansen: „Es gab Spiele in der Vergangenheit, da haben wir fünf, sechs Gegentore bekommen.“

Dabei hatte der Neue kaum etwas verändert. Für den verletzten Dennis Diekmeier spielte Heiko Westermann als rechter Verteidiger, alle anderen Positionen hatte der ehemalige holländische Nationaltrainer so besetzt wie zuletzt Interimstrainer Rodolfo Cardoso. Das einzig wirklich neue war zu Beginn eine Fan-Aktion der Spieler, die sich nach dem Warmlaufen vor ihre Fankurve stellten und einen Klatschrhythmus anstimmten.

Auch an dem Spiel seiner neuen Mannschaft hatte van Marwijk noch nicht viel ändern können, das war nach nur zwei Trainingseinheiten auch nicht wirklich überraschend. Die Hamburger begannen zwar durchaus gefällig, blieben aber weitgehend harmlos. Was auch für ihren Anführer van der Vaart galt, der zu den schwächeren Spielern auf dem Platz gehörte. Das alles galt allerdings nur bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Da gelang dem HSV das erste Tor unter dem neuen Trainer. Der von Hertha BSC ausgeliehene Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga traf nach einem Eckball von Hakan Calhanoglu per Kopf genau in den Winkel. Pech für die Frankfurter Eintracht, dass die Hamburger dabei von einer Nachspielzeit profitierten, die sie selbst provoziert hatten. Johan Djourou hatte sich nach einem Zusammenprall mit Anderson minutenlang behandeln lassen, um kurz darauf wieder mitzumischen.

Zuvor hatten die Frankfurter viel Ballkontrolle und Ballbesitz, taten sich aber schwer im Spiel nach vorne. Chancen waren rar. Nachdem Stefan Aigner kurz zuvor nur die Latte getroffen hatte, konnte sich der starke Frankfurter nach einer halben Stunde dann jedoch entscheidend gegen Djourou durchsetzen. Die anschließende Flanke verwertete Johannes Flum aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Gastgeber. Wenig deutete danach auf eine schnelle Renaissance der Hamburger hin.

Auch nach dem Wechsel war die Eintracht zunächst besser und ging wieder in Führung, Marco Russ reagierte nach einem Eckball am schnellsten. Doch bald darauf ließen die Kräfte nach, und der HSV kämpfte sich zurück. Das zumindest hatte der Trainerwechsel bewirkt.

Und sie kamen wieder in der Schlussphase zum Ausgleich. Janssen drehte sich im Frankfurter Strafraum um Gegenspieler Sebastian Jung, sein Schuss wurde noch von Carlos Zambrano abgefälscht und schlug ein ins lange Eck. Bert van Marwijk riss die Arme hoch, der Auftakt war zumindest nicht verpatzt. Peppi Schmitt

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