Sport : Kleiner Verband, großer Schaden

Claus Vetter wundert sich über die Unbedarftheit des Eishockey-Bundes

Claus Vetter

Die Hallen sind voll, die Spiele spannend. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) könnte sich freuen. Könnte, denn ausgerechnet zur Finalserie um die Meisterschaft gibt es ein Störmanöver – von der Seite, die sich eigentlich darüber freuen müsste, dass Eishockey ein positives Echo hervorruft. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat mit seinem jenseits des Nada-Codes liegenden eigenen Urteil im Fall des Testverweigerers Busch einen großen Nebenschauplatz aufgemacht. Scheinbar hilflos versucht sich der DEB nun mit Emotionen statt mit Argumenten zu rechtfertigen, oder will am Liebsten das Thema abhaken. Es hat schon Unterhaltungswert, wenn ein DEB-Vizepräsident von zu großem „Ballyhoo“ spricht, denn das sei die Sache ja schließlich nicht wert.

Deutscher Eishockey-Bund? Nichtkenner der Szene mag überraschen, dass es so etwas überhaupt gibt. Die Nationalmannschaft ist aus dem Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit verschwunden. Die Weltmeisterschaft in Kanada wird im Mai nur noch vom Spartensender DSF übertragen, die ARD wollte nicht. Dabei erlebt die DEL einen Boom, ihre Zuschauerzahlen liegen über denen im Handball oder Basketball. Doch wer etwas werden will in der Eishockeyfunktionärsszene, der geht eher zu einem Klub als zum Verband, der in der DEL-Szene hinter vorgehaltener Hand oft eher belächelt als ernst genommen wird. Der DEB, der die Nationalmannschaften und den zweit- und drittklassigen Ligenunterbau betreut, ist eben ein kleiner Verband – mit zu viel Macht, wie sich im Fall Busch zeigt.Seite 20

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