Sport : Kleingeld für die Zweite Liga

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Fünf Prozent! Wo gibt es heute noch fünf Prozent Zinsen? Bei Hertha!

Was sich wie ein schlechter Witz anhört, ist gar keiner. Hertha, der FußballZweitligist aus Berlin, gibt wieder einmal eine Anleihe raus. Aber Vorsicht, der Klub tut das gewiss nicht, weil er Geld zu verschenken hätte. Im Gegenteil, Hertha hinkt seit Jahren am Rande des wirtschaftlichen Abgrunds entlang. Der Abstieg aus der Bundesliga im Sommer hat die Sache noch einmal zugespitzt. Warum also gibt Hertha gerade jetzt eine neue Anleihe heraus? Weil Hertha die erste aus dem Jahre 2004 nun zurückzahlen muss.

Für Hertha ist eine Anleihe eine feine Sache. Fünf Prozent Verzinsung liegen deutlich unter dem, was der Klub bei einer Bank für einen Kredit zahlen müsste. Oder findet Hertha womöglich gar keine Bank mehr? Das Problem für die klamme Hertha ist jedenfalls: Wo gibt es frisches Geld? Und: Wie will Hertha jemals die Schulden von inzwischen wieder knapp 40 Millionen loswerden? Als Zweitligist? Das klappte schon als Bundesligist nicht.

Findet Hertha also dieses Mal genug Käufer für die Schuldverschreibungen?

Vielleicht unter denen, die sich schon vor sechs Jahren ordentlich was ins Depot gelegt hatten. Herthas Finanzchef Schiller beispielsweise. Allerdings ist dem Klub ein anderer Großeinkäufer abhandengekommen. Auch Dieter Hoeneß, vormals Vorsitzender der Geschäftsführung Herthas, hatte kräftig zugelangt. Schwer vorstellbar, dass er das wieder tut.

Schon für 100 Euro ist man dabei. Was dann aber noch kein echtes Anlageobjekt ist. Die Fan-Anleihe darf wohl eher als Vereinsunterstützung verstanden werden. Für fünf Prozent! Vorausgesetzt Hertha entgeht in den nächsten sechs Jahren der Zahlungsunfähigkeit. Das ist das Risiko.

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