Sport : Klimke und Beerbaum siegen Das CHI Berlin bleibt Weltcup-Standort der Springreiter

Ingo Wolff

Berlin. Die provisorischen Tribünen für das CHI Berlin in den Messehallen am Funkturm haben einen unüberhörbaren Vorteil gegenüber dem alten Standort im Velodrom. Wenn die Zuschauer jubeln und dabei mit den Füßen auf den Boden stampfen, erzeugen die Metallaufbauten einen imposanten Krach. Das bekommt jeder Reiter schon bei seiner Begrüßung zu spüren.

Es wurde schon laut, als am Vormittag die Dressurreiter ihre erste große Prüfung in der Haupthalle hatten. Ingrid Klimke aus Münster hieß die Siegerin des Preises des Senats von Berlin, einer mit 20 000 Euro dotierten Prüfung der Klasse S. Die Vielseitigkeitsreiterin bewies damit ein weiteres Mal, dass sie auch mit den Spezialisten mithalten kann, und das, obwohl die Tochter des legendären Dressurreiters Reiner Klimke erst vor drei Monaten Mutter geworden war. Klimke sicherte sich auf dem zwölfjährigen Nestor den Grand Prix vor dem Schweizer Christian Pläge und der niederländischen Nachwuchsreiterin Marlies van Baalen, der viele eine ähnlich steile Karriere voraussagen wie der holländischen Olympiasiegerin Anky van Grunsven.

Doch so richtig laut ist es gestern in der Messehalle 25 bei der Siegerehrung für das Finale im Internationalen Audi Championat 2002 geworden. Es war der Lohn für den Sieg von Markus Beerbaum in einer äußerst dramatischen Siegerrunde. Sein älterer Bruder Ludger hatte als zweiter Starter der besten acht Teilnehmer aus den ersten zwei Teilen einen fehlerfreien Ritt mit einer sehr schnellen Zeit vorgelegt. Doch Markus Beerbaum unterbot die Zeit vor 6500 Zuschauern mit einem spektakulären Ritt um 35 Hundertstel und sicherte sich so ein 72 000 Euro teures Auto, den der Sponsor für den Finalsieg einer aus elf Turnieren bestehenden Serie ausgeschrieben hatte. Markus Beerbaum machte sich so an seinem 32. Geburtstag das teuerste Geschenk selbst.

Mit einer ebenfalls glänzenden Zeit – nur wenige Hundertstelsekunden hinter den Beerbaum-Brüdern wurde Lars Nieberg Dritter. René Tebbel, der am Freitag das Championat von Berlin gewonnen hatte, blieb trotz einer fehlerfreien Runde nur Platz vier. Das Championatsfinale ist nach dem Großen Preis von Deutschland, bei dem es heute um Weltcuppunkte geht, der zweitwichtigste Wettbewerb der Springreiter beim CHI. Unterdessen sickerte aus den Reihen einer Sitzung von europäischen Turnierveranstaltern in Brüssel durch, dass das CHI in Berlin auch im nächsten Jahr Weltcup-Standort der Springreiter bleiben wird. Ingo Wolff

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