Sport : Klinsmann erstmals gefordert

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Berlin Seine ersten Runden hat Jürgen Klinsmann durch die Bundesligastadien gedreht. Heute oder morgen wird der neue Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim FC Bayern München vorstellig. Vor dem ersten Länderspiel unter seiner Leitung am 18. August in Wien gegen Österreich hat Klinsmann eine wichtige Personalie zu klären. Gemeinsam mit dem FC Bayern soll entschieden werden, ob Sebastian Deisler für das Länderspiel nominiert werden kann.

„Mit mir kann man reden“, sagte der 40-Jährige vor geplanten Gesprächen mit Bayern-Manager Uli Hoeneß und Trainer Felix Magath. Hoeneß und Magath hatten sich am Wochenende gegen einen Einsatz des lange Zeit erkrankten Deislers ausgesprochen. „Okay, wenn er angefordert wird, dann werden wir das sicher nicht verhindern. Aber es geht um Deisler, um seine Person. Und er ist noch im Aufbau. Da wäre jetzt ein Länderspiel nicht klug“, sagte Hoeneß. Magath sagte, dass der 24-Jährige bei der WM 2006 „die Kohlen für Deutschland aus dem Feuer holen soll und nicht gegen Österreich. Er braucht noch Zeit“.

Deisler selbst äußerte sich zurückhaltend: „Warten wir mal ab.“ Im letzten Freundschaftsspiel gegen Österreich kurz vor der WM 2002 hatte sich Deisler schwer am Knie verletzt und war nach zwei Operationen fast ein Jahr ausgefallen. Selbst ein Karriereende stand damals im Raum.

Am Donnerstag wird Klinsmann seinen Kader für das Länderspiel gegen Österreich offiziell bekannt geben. Große Überraschungen wird es nicht geben. „Der Kader ergibt sich aus dem erweiterten EM-Aufgebot. Keinem wird die Tür zugeschlagen“, sagte Klinsmann. Mit Blick auf die WM 2006 will Klinsmann einen Kader von 30 bis 35 Spielern bilden und für jeden ein Leistungsdiagramm erstellen. Diesen Kader wird er dann für jedes Länderspiel auf maximal 20 Spieler begrenzen, „damit jeder die Aussicht auf einen Einsatz hat“.

Während der neue Bundestrainer das Länderspiel-Programm für das laufende Jahr, das sein Vorgänger Rudi Völler zusammen gestellt hatte, voll übernehmen wird, will er die Termine für das Jahr 2005 noch einmal prüfen. Das betrifft vor allem die für Dezember 2005 geplante Südamerika-Reise. „Ich werde eigene Vorstellungen einbringen. Erst einmal muss ich mich freischwimmen“, sagte Klinsmann. Tsp

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