• Klinsmann fehlt beim Spitzenspiel – und wehrt sich im Fernsehen gegen Kritik aus der Liga

Sport : Klinsmann fehlt beim Spitzenspiel – und wehrt sich im Fernsehen gegen Kritik aus der Liga

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Spitzenspiele werden oft als Gipfeltreffen bezeichnet. Meist kommt bei solchen Gelegenheiten die Prominenz des kickenden Gewerbes zusammen – wie bei der Partie Schalke 04 gegen Bayern München. Oliver Bierhoff, Manager der Nationalmannschaft, besuchte die Veltins-Arena, auch Joachim Löw, der erste Assistent Jürgen Klinsmanns, war da. Wo aber war Klinsmann, der Cheftrainer des Deutschen Fußball-Bundes? Zu Hause, in Amerika. Dieser Umstand heizte in Gelsenkirchen die eigentlich schon ausgestandene Debatte um Klinsmanns Lebensmittelpunkt an. Der Kritisierte wehrte sich kurz nach Spielende in der ARD-Sportschau, live zugeschaltet aus Kalifornien, gegen alle Vorwürfe.

Verpasst hat Klinsmann an diesem Nachmittag im Ruhrgebiet nicht viel. Das bisschen Fußball, das geboten wurde, werden Löw und Bierhoff zu deuten wissen. Aber Fußball ist, wenn es um die Nationalelf geht, auch eine Art Heimatfilm. Vielen Protagonisten der Bundesliga passt es nicht, dass Klinsmann nur dann und wann einfliegt, um mit den Spielern zu arbeiten.

Bayern-Manager Uli Hoeneß und dessen Schalker Pendant Rudi Assauer bemängelten deshalb nach dem Abpfiff, dass der Bundestrainer nicht greifbar sei. So schmiedeten sie eine Art große Koalition in der national bedeutsamen Frage nach dem Wohnsitz des Bundestrainers. „Er soll herkommen, damit wir uns an einen Tisch setzen können“, sagte Hoeneß. Es könne nicht angehen, „dass Klinsmann in Kalifornien herumtanzt und uns hier den Scheiß machen läßt“. Assauer wollte sich diese Schärfe im Ton nicht zu eigen machen, gab seinem Münchner Kollegen im Kern jedoch recht. „Der Bundestrainer muss in Deutschland leben“, forderte Assauer.

Klinsmann hält weiter an seinem Standpunkt fest. „Das Wohnsitz-Thema stellt sich nicht“, sagte er und wies auch den Vorwurf zurück, er lasse zu viel oder falsch trainieren. „Was vor drei Monaten beim Confed-Cup richtig war, kann man heute nicht alles in Frage stellen. Kein Manager und kein Trainer wird uns da reinreden.“

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