Sport : Klinsmann rotiert

Michael Rosentritt

sagt, warum der Bundestrainer einen Fehler macht Das Neue an der neuen, deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind keine neuen Spieler, sondern ist die Einführung der Torwart-Rotation. Wenn man Klinsmanns Idee etwas Positives abgewinnen will, dann, dass diese Idee für Nationalteams noch keiner hatte. Doch taugt sie als Zeichen zum Aufbruch des deutschen Fußballs, den der neue Bundestrainer selbst verlangt hat?

Er will mal etwas ausprobieren, sagt Klinsmann mutig. Doch eine Torwart-Rotation hat nicht mit Mut zu tun, sondern ist töricht. Auf der Position des Torwartes rotiert man nicht, sie ist die sensibelste Position im Fußball überhaupt. Welches Ziel verfolgt Klinsmann also? Will er Lehmann, die ewige Nummer zwei, anstacheln? Das braucht er nicht. Oder will er sehen, dass der junge Hildebrand genauso gut halten kann wie Kahn? Das weiß man. Aber: Wenn er Kahn nicht zwangsläufig im Tor für die WM 2006 stehen sieht und den gleichaltrigen Lehmann ebenso wenig für eine echte Alternative hält (für beide Ansichten ließen sich Gründe finden), dann muss er sie nicht nominieren. Er hätte zwei neue Torhüter (zum Beispiel Rost und Wiese) berufen können. Warum also auf dieser Position altes Personal rotieren lassen?

Klinsmann wird maximal zur Erkenntnis kommen, dass der deutsche Fußball auf der Position des Torwarts keine echten Probleme hat. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. So drängt sich der Verdacht auf, dass Klinsmann nur rotieren lässt, damit sich überhaupt etwas bewegt – leider am falschen Ende.

Bericht Seite 19

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