Sport : Klitschkos klagen gegen Kohl

Es geht um die Laufzeit der Verträge mit dem Promoter

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Berlin (miro). Der Verhandlungspoker um die beiden Schwergewichtsboxer Witali und Wladimir Klitschko ist in eine neue Runde gegangen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, haben die beiden Profis über ihren Anwalt eine Feststellungsklage beim Hamburger Landgericht eingereicht, über die in Kürze verhandelt wird. Streitpunkt der Klage ist die Laufzeit der Verträge mit Promoter KlausPeter Kohl, Chef der Hamburger Universum Box-Promotion.

Die Klitschkos vertreten demnach den Standpunkt, dass die Verträge spätestens Ende des Jahres auslaufen. Kohl dagegen beharrt auf Klauseln im Vertragswerk, nach denen sich die Vertragsdauer um jene Zeitspanne verlängert, die ein Boxer verletzt sei. So war Witali Klitschko nach einer schweren Schulterverletzung mehrere Monate ausgefallen. Diese Verletzung hatte sich der mittlerweile 32-jährige im WM-Kampf gegen den US-Amerikaner Chris Byrd im April 2000 in Berlin zugezogen.

Der Hamburger Boxstall mochte gestern „keinen Kommentar“ abgeben. Wie aus internen Kreisen zu erfahren war, wisse Kohl seit zwei Wochen von der Klage. „Jetzt muss ein Richter entscheiden, wie lange die Verträge dauern“, sagte ein Vertrauter Kohls dem Tagesspiegel. „Es wird auf beiden Seiten hoch gepokert. Das ist normal.“ Prinzipiell wollen beide Seiten verlängern, obwohl auch andere Promoter an den Klitschkos interessiert sind. Kohl selbst befindet sich derzeit in Verhandlungen um Kampftermine. Es könnte sein, dass Wladimir Klitschko am 20. März um die WM-Krone des Verbandes WBO kämpfen wird. Der Titel ist vakant. Klitschko steht an Position eins der Rangliste. Sein Gegner dürfte aller Voraussicht nach der Amerikaner Lamon Brewster sein, die Nummer zwei der Rangliste.

Für Witali Klitschko, der im Juni des vergangenen Jahres WBC-Titelverteidiger Lennox Lewis unterlegen war, könnte es schon im April zu einem Rückkampf gegen den Briten kommen. „Das ist der einzige Kampf, den Lennox noch wirklich will, um die Situation zu klären“, sagte gestern Emmanuel Steward, der Trainer von Lewis. Kohl hatte die Klitschkos 1996 unter Vertrag genommen.

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