Sport : Klose für Kuranyi?

Der VfB Stuttgart sucht schon Ersatz für seinen Stürmer

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Stuttgart (Tsp). Wenn er denn geht, wird Kevin Kuranyi schwer zu ersetzen sein. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, doch der VfB Stuttgart bemüht sich bereits um Ersatz für seinen Nationalstürmer, dem mehrere Angebote aus dem In und Ausland vorliegen. Sollte Kuranyi den deutschen Vizemeister verlassen, sprach sich Teammanager Felix Magath für eine Verpflichtung des Lauterers Miroslav Klose aus. Ein Nationalstürmer würde einfach den anderen ersetzen.

„Ich glaube, er würde bei uns sehr gut reinpassen“, sagte Magath . „Wenn Kevin gehen sollte, hätte ich kein Problem damit zu sagen, wir bemühen uns intensiv um Miro.“ Klose ist neben dem Schweizer Nationalspieler Marco Streller (FC Basel) und U-20-Nationalspieler Patrick Milchraum von den Stuttgarter Kickers der dritte Torjäger, den der VfB beobachtet.

Klose hat in Kaiserslautern noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005, kann aber für die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro den Verein zum Saisonende verlassen. In der vergangenen Woche hatte Klose erklärt, schon im Winter gehen zu wollen, „wenn das entsprechende Angebot kommt“. Nach Angaben seines Beraters Michael Becker liegen dafür momentan aber keine konkreten Angebote vor.

Nach Angaben von Kaiserslauterns Vorstands-Vorsitzendem René C. Jäggi wäre ein Transfer zur Winterpause nur bei einem „Aufschlag von ein, zwei oder drei Millionen“ möglich. Es sei „ein Spaziergang auf der Rasierklinge“, Klose, der bereits sechs Treffer in dieser Saison erzielt hat, schon in der Winterpause abzugeben. Die Transferrechte für Klose hatten die Pfälzer für fünf Millionen Euro an die Lottogesellschaft Rheinland-Pfalz abgetreten, um die Lizenz des ehemals mit rund 40 Millionen Euro verschuldeten Klubs zu retten. Deshalb wird Klose spätestens im Sommer den Verein verlassen.

Der Transfer käme für den VfB Stuttgart nur in Frage, wenn er für Kuranyi, dessen Vertrag ebenfalls bis 2005 läuft, eine hohe Ablösesumme erzielen könnte. Die Entscheidung, ob der Jungstar, der derzeit nur 200 000 Euro pro Jahr verdient, den Verein verlässt, soll in den nächsten zwei Wochen fallen. Auch Kuranyis Teamkollege Andreas Hinkel hat mehrere Angebote. Nach dem Länderspiel gegen Frankreich wollten sich der Nationalspieler und sein Vater Herbert Hinkel mit Manager Rudi Assauer von Schalke 04 treffen. „Es gibt für uns noch keine feste Zusage von Schalke“, sagte Herbert Hinkel. Schalke soll angeblich bereit sein, dem Verteidiger ein Jahresgehalt in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro zu bezahlen. Das Angebot des VfB soll bei zwei Millionen Euro liegen.

„Wir wollen die beiden Spieler halten und werden uns strecken, was die Schatulle hergibt. Wir werden aber kein Harakiri betreiben“, sagte Teammanager Magath. „Es wird sich zeigen, ob Geld im Vordergrund steht oder die sportliche Entwicklung und Perspektive.“ Stuttgarts Präsident Erwin Staudt sagte: „Es geht um Gehaltsgrößen, die sie normalerweise nur im Bereich von Vorständen von DAX-Unternehmen haben.“

Für die überraschende Entwicklung der Mannschaft des Spitzenreiters seien die in der Vergangenheit fehlenden finanziellen Mittel ein wichtiger Faktor gewesen. „Kein Spieler hat nach Geld geschielt, der sportliche Erfolg war wichtig“, sagte Magath, der das „Stuttgarter Modell“ mit den vielen jungen Spielern allerdings in Anbetracht der kursierenden Summen grundsätzlich als gefährdet ansieht. Falls dafür Miroslav Klose kommt, wird er es verschmerzen können.

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