Sport : Klotz am Bein

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Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Nur noch ein paar Tage und der TSV 1860 München geht pleite. Muss Insolvenz anmelden. Steigt in die Amateurliga ab. Der deutsche Fußballmeister von 1966 steht vor dem Abgrund.

Doch es gibt Hilfe von der Konkurrenz: Der Stadtrivale FC Bayern München springt ein und kauft dem verschuldeten Klub die Anteile an der gemeinsam genutzten Arena ab. Nicht aus purer Nächstenliebe, sondern aus geschäftlichem Eigennutz: „Wenn es 1860 im bezahlten Fußball nicht mehr gibt, dann hätten wir in Form des Stadions einen Klotz am Bein, der auch dem FC Bayern zu schaffen machen würde“, sagt Uli Hoeneß.

Denn 1860 ist Mieter in der Arena des deutschen Rekordmeisters, Millioneneinbußen drohen. Auch wegen der Sponsoren: Die Stadionverträge sind auf 40 Spiele pro Saison ausgelegt. Bei einer Pleite der kickenden Nachbarn sind das für den Vermieter FC Bayern 17 Spiele weniger in der Arena.

„Sechzig hat endlich die Hosen runtergelassen“, sagt Karl-Heinz Rummenigge. „Jahrelang wurde uns vorgegaukelt, dass alles in Ordnung sei.“ Trotz der Misswirtschaft: 1860 bekommt eine zweite Chance. Innerhalb von vier Jahren soll der Klub das Geld zurückzahlen. Dann wird der Verein finanziell endlich auf festen Beinen stehen. Die Vereinsoberen werden Lehren aus der Krise ziehen – wer in den Abgrund geschaut hat, wird ja keine großen Sprünge mehr versuchen.

Übrigens: Die Rede ist hier nicht von der aktuellen Lage bei 1860. Es ist nur ein Rückblick, fünf Jahre in die Vergangenheit: auf die Fast-Insolvenz von 2006.

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