Klubchef abgesetzt : Das Stühlerücken bei Hansa Rostock geht weiter

Der Nächste bitte: Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist Hansa Rostock setzt seinen Klubchef Dirk Grabow ab. Unlängst war schon Trainer Andreas Zachhuber entlassen worden.

Kerstin Hebeler[Rostock]

Das Stühlerücken beim abstiegsbedrohten FC Hansa Rostock geht weiter. Zwei Wochen nach der Entlassung von Trainer Andreas Zachhuber ist am Montag Klubchef Dirk Grabow seines Amtes enthoben worden. Der Aufsichtsrat des Fußball-Zweitligisten bestellte den seit Juni 2009 ehrenamtlich tätigen Marketingchef Jörg Hempel als kommissarischen Vorstandsvorsitzenden. Hempel soll bis zum Saisonende dem Klub ehrenamtlich vorstehen. Danach werde es einen neuen Vorstandsvorsitzenden geben, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Ulrich Gienke. „Wir wollten ein Signal nach außen setzen und den Verein in einer komplizierten Lage wieder in ruhigeres Fahrwasser leiten“, sagte Gienke zur Abberufung Grabows. Der bisherige Klubchef bleibt allerdings im Vorstand und ist dort weiterhin für die Finanzen und die Lizensierung zuständig.

Zuvor hatte Grabow, der im Juli 2006 Nachfolger von Manfred Wimmer wurde, einen Rücktritt ausgeschlossen. „Am Ende entscheidet über den Vorstand der Aufsichtsrat. Und so lange ich die Rückendeckung spüre, ist das kein Thema“, hatte der 39-Jährige im Zuge der 0:1-Heimniederlage gegen den bisherigen Tabellenletzten Ahlen gesagt. Nach der Partie hatten rund 200 aufgebrachte Fans versucht, in den Mannschafts- und Vip-Bereich des Rostocker Stadions vorzudringen und dabei lautstark die Entlassung des Vorstandes gefordert. Zuvor war Grabow persönlich das Ziel von Anfeindungen gewesen.

Wie im Vorjahr kämpft Hansa Rostock gegen den Abstieg. In den bisherigen acht Spielen des Jahres 2010 ist der Klub noch ohne Sieg und erzielte bei drei Unentschieden und fünf Niederlagen gerade einmal zwei Tore. Auf den Relegationsplatz hat der Tabellen-15. nur noch zwei Punkte Abstand. Auch unter dem neuen Trainer Thomas Finck konnten die Hanseaten bislang nicht gewinnen. „Der erhoffte Effekt des Trainerwechsels ist nicht eingetreten“, sagte Finck selbst nach der Niederlage gegen Ahlen.

Der Rostocker Aufsichtsratschef Hans-Ulrich Gienke stärkte derweil sowohl Trainer Finck als auch Manager René Rydlewicz den Rücken. Zumindest bis zum Saisonende dürfen diese bleiben. „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, mit ihnen und der aktuellen Mannschaft die Klasse zu halten“, sagte Hans-Ulrich Gienke.

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