Klubs der Premier League : FC Chelsea: Je unbeliebter, desto wichtiger

Einer Umfrage zufolge ist der FC Chelsea der unbeliebteste Klub der Premier League. Genauer betrachtet, ist das schon fast ein Kompliment. Ein Kommentar.

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FC Chelseas Diego Costa beim Spiel gegen SK Rapid Wien.
FC Chelseas Diego Costa beim Spiel gegen SK Rapid Wien.Foto: dpa

Klingt nach einem Titel, den keiner haben will – ist aber bei genauerer Betrachtung anders: Dem FC Chelsea kommt die Ehre zu Teil, der unbeliebteste Klub der Premier League zu sein. Das ergab eine Umfrage in England, dabei wurden ausschließlich Fans der Premier-League-Klubs befragt. Das ist doch mal was, Chelsea hat sie alle überholt! Vor 20 Jahren wäre der Londoner Stadtteilklub in so einer Umfrage wohl kaum vorn aufgetaucht – einfach weil er damals nur die eigenen Fans interessierte. Doch nachdem 20 Jahre kräftig von außen investiert und Geld verballert wurde, aber auch der sportliche Erfolg eingekauft wurde, sieht das anders aus: Chelsea finden sie mindestens doof, die Anhänger von Manchester United, dem FC Liverpool oder von Manchester City – genau in dieser Reihenfolge sind sie auch eingelaufen in der Umfragetabellen der unbeliebtesten Klubs. Der „zweitbeste“ Londoner Klub kommt gar erst auf Rang fünf, es ist der FC Arsenal, auch gefühlt derzeit der fünftwichtigste Klub der Liga.

In der Premier League gelten andere Gesetze

In der Bundesliga würde so eine Umfrage womöglich anders ausgehen, auch wenn Bayern München oder Borussia Dortmund polarisieren – das reicht wohl nicht, um auch unbeliebtester Klub zu werden. Wahrscheinlich würde so eine Ehre einer grauen Maus wie Hoffenheim oder den Emporkömmlingen von RB Leipzig entgegenkommen. Dortmund könnte sogar auf dem letzten Rang landen – in England undenkbar: Dort ziert der AFC Bournemouth das Tabellenende der unbeliebtesten Klubs, knapp davor rangiert Leicester City. Ein Überraschungsmeister, den jeder Fan mag, weil er bald auch schon wieder aus der Liga Spitzengruppe verschwinden wird und somit keinem wehtut. Sollte Leicester allerdings dauerhaft oben mitspielen und zu kräftig in neue Spieler investieren, dann hätten sie die Chance, auch weiter oben zu landen im Tableau der unbeliebtesten Klubs. Es wäre schön für Leicester. Denn es gilt ja: Je unbeliebter, desto wichtiger – in der Premier League zumindest.

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