Sport : Kluger Spielzug eines Stürmers

Robert Ide

über Jürgen Klinsmann und den Arbeitskreis Nationalmannschaft Jürgen Klinsmann kam durch den Hintereingang. Er hatte Kritik aus der Bundesliga einstecken müssen für seine Arbeit und seine Art der Kommunikation. Nun schlich er demütig zum Spitzentreffen mit den Managern der Bundesliga-Vereine in Frankfurt am Main, die ihn dann zweieinhalb Stunden lang schonungslos vernahmen. Jürgen Klinsmann sah zuvor aus wie ein Verlierer.

Am Ende eines Tages der Aufregungen steht Klinsmann als Gewinner fest. Er hat seine Kritiker in den Arbeitskreis Nationalmannschaft eingebunden und seinen härtesten Rivalen um die öffentliche Meinungshoheit zum Sprecher dieses Gremiums gemacht: Bayerns Manager Uli Hoeneß. Damit ist nun auch die Bundesliga Teil des Projekts WM-Titel 2006, das der junge Trainer weiterhin von Kalifornien aus zu steuern gedenkt. Das war ein kluger Spielzug des früheren Stürmers. Wenn Klinsmanns Trainingsmethoden nun weiter zu kritisieren sind, hat das die Liga hinter verschlossenen Türen zu tun. Wenn aber die Nationalmannschaft wieder zum Erfolg zurückkehren sollte, wird der Debattierklub in Vergessenheit geraten. So war es auch, als Rudi Völler sich schon einmal die Bundesliga-Manager an die Seite stellen ließ, später aber mit der Mannschaft ins WM-Finale 2002 einzog. Danach hat man nichts mehr vom Arbeitskreis Nationalmannschaft gehört.

Sportlich wird sich Klinsmann nicht reinreden lassen. Offiziell stehen nun alle Beteiligten des deutschen Fußballs hinter ihm. Das Gipfeltreffen verließ Jürgen Klinsmann durch den Vorderausgang.

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