Sport : Knallrot, dann grün und blau

Hausding tritt nach Sturz wieder beim Weltcup an.

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Ausnahmeathlet. Wasserspringer Patrick Hausding war sechsmal Europameister.Foto: dpa
Ausnahmeathlet. Wasserspringer Patrick Hausding war sechsmal Europameister.Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Rostock - Die Zuschauer hielten den Atem an. Verbandsärztin Sabine Krüger rannte sofort von der Tribüne zum Beckenrand. Patrick Hausding war aus zehn Meter Höhe mit 60 Stundenkilometern ins Becken gestürzt und auf dem Bauch gelandet. Ein Schreckensmoment im Turmvorkampf der Männer beim 57. Grand Prix der Wasserspringer am vergangenen Sonntag in der Rostocker Neptunhalle. Dem 22-Jährigen vom Berliner TSC war sein Dreieinhalb Auerbachsalto zuvor völlig misslungen. Beim Absprung waren seine Füße mit der Plattform in Berührung gekommen.

Hausding wurde sofort von der Ärztin mit Panthenolspray behandelt, machte die Augen zu und legte sich am Hallenrand ein Handtuch über sein Gesicht. Er hatte sich Prellungen, Hautabschürfungen und Blutergüsse zugezogen. Innere Verletzungen konnten nach einer Untersuchung ausgeschlossen werden.

Der Wettkampf war für den sechsfachen Europameister nach seinem Sprung beendet. Stunden später konnte Hausding trotz eines blauen Auges wieder lachen. „Es ist nicht so schlimm. Ich erwarte kein mentales Problem, ich muss einfach noch mehr trainieren“, sagte er. Dabei sollte es doch noch einmal eine motivierende Generalprobe für den Weltcup in London am kommenden Wochenende sein, wo die letzten Olympiaplätze vergeben werden.

Deutschland hat bislang sechs von zwölf möglichen Plätzen sicher, zwei davon durch Patrick Hausding (EM-Erster, WM-Vize Turm Synchron mit Sascha Klein). In London geht er erneut mit Klein als Synchronpaar an den Start.

„Patrick ist längst wieder im Training. Erst war alles knallrot, dann wurde es grün und blau. Er wird das Malheur von Rostock mental schnell verkraften“, sagte Trainer Jan Kretzschmar vor der Abreise nach London am heutigen Donnerstag. Gerd Völker, einst selbst erfolgreicher Turmspringer und heute beim DSV, weiß: „Nach einer Turmberührung reicht die Zeit nicht mehr aus, um das noch zu korrigieren.“ So schnell, dass selbst ein Weltklassespringer wie Patrick Hausding wenig ausrichten kann. Völker tröstet: „Hauptsache, man bekommt keine blauen Flecken im Kopf.“Klaus Weise

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