• Knapp an einer Blamage vorbei - Trotz einer 13:22-Niederlage erreichen schwache Kieler Handballer das Finale der Champions League

Sport : Knapp an einer Blamage vorbei - Trotz einer 13:22-Niederlage erreichen schwache Kieler Handballer das Finale der Champions League

Der THW Kiel hat die vorletzte Etappe auf dem Weg zum europäischen Handball-Gipfel gemeistert und kann bereits den größten Triumph in seiner 77-jährigen Klub-Geschichte feiern. "Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen und knapp an einer Blamage vorbei geschlittert", sagte Außenspieler Martin Schmidt nach der nervenaufreibenden Partie von Zagreb.

Die Kieler konnten sich im Halbfinal-Rückspiel eine 13:22 (7:8)-Niederlage bei Badel Zagreb erlauben, nachdem sie in der ersten Partie (32:21) die Weichen für die erste Endspielteilnahme nach vier vergeblichen Anläufen gestellt hatten. Nun wartet auf Kiel in den Endspielen (22./23. und 29./30. April) der seit drei Jahren dominierende Titelverteidiger FC Barcelona mit dem deutschen Nationalspieler Christian Schwarzer. Die Ansetzungen werden am Dienstag in Wien ausgelost. Auch der TV Großwallstadt hat 16 Jahre nach dem letzten seiner bisher drei Europacupsiege den Sprung ins Finale im Euro-City-Cup geschafft. Dort wartet das spanische Team aus Valladolid.

Vor 5000 Zuschauern in Zagreb gerieten die Kieler bei ihrem 52. Europapokal-Auftritt trotz optimaler Vorzeichen noch arg in Bedrängnis. Eine katastrophale Wurfausbeute von Nenad Perunicic (kein Tor) und Staffan Olsson (1) brachte den Deutschen Meister in der zweiten Halbzeit an den Rand eines Debakels. Nur Magnus Wislander und Stefan Lövgren (beide je 3) behielten ansatzweise kühlen Kopf.

"Wir sind mit der aggressiven Deckung der Kroaten nicht zurechtgekommen", meinte Kiels Trainer Noka Serdarusic. Manager Uwe Schwenker: "Das war ein reines Nervenspiel. Ich konnte mich direkt nach der Partie gar nicht richtig freuen. Der Schreck saß noch zu tief." 1997 war Kiel in der Champions League an Zagreb gescheitert, dieses Mal ebnete vor allem der überragende Torhüter Steinar Ege den ersten Einzug ins Champions-League-Finale, der entsprechend gefeiert wurde.

Weit nach Mitternacht stieg im Interconti-Hotel in Zagreb dann die Champagner-Fete der Kieler, in deren Mittelpunkt Geburtstagskind Olsson stand. Der schwedische Weltmeister wurde am Sonntag 36 Jahre alt und träumte bereits ein wenig "vom Gewinn der Champions League und vom Olympiasieg mit der schwedischen Nationalmannschaft".

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