Sport : Knapp geschlagen

Biathletin Kati Wilhelm wird Zweite in Ruhpolding – ansonsten überzeugen einmal mehr die Rodler

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Gerade einmal 1,4 Sekunden fehlten Kati Wilhelm gestern nach 7,5 Kilometern zum dritten Saisonsieg im Sprintrennen beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding. Dennoch verteidigte Wilhelm mit dem zweiten Platz hinter der Französin Sandrine Bailly ihre Führungspositionen im Gesamtweltcup und in der Disziplinwertung. „Wahrscheinlich hat’s an meiner Abfahrtstechnik gelegen, dass ich auf dem letzten Kilometer die entscheidenden Sekunden eingebüßt habe. Bei der vorletzten Zwischenzeit war ich ja schon an Sandrine vorbei“, sagte Wilhelm.

„Heute war es trotz der nahezu idealen Bedingungen nicht einfach, zu schießen. In der Staffel schießt es sich leichter, wenn man die drei Reservepatronen hat“, sagte Bundestrainer Uwe Müßiggang zu den Schießfehlern seiner Athletinnen. „Vier unserer Mädchen waren aber mit ihrem einen Fehler gut dabei – und die Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag ist ordentlich.“ Kati Wilhelm kämpfte vor 14 500 Zuschauern auf der Schlussrunde bis zur Erschöpfung. „Sie ist sich ihrer Sache ziemlich sicher, denn läuferisch ist sie so stark, dass sie auch einen Fehler ausgleichen kann“, sagte Müßiggang. Neben der Thüringerin haben auch Martina Glagow als Sechste, Andrea Henkel auf Platz 14 und die laufstarke Katrin Apel mit Position 17 noch gute Aussichten im Verfolgungsrennen.

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Keine Chancen mehr auf eine Medaille haben die deutschen Athleten bei der Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm in Bad Mitterndorf, Alexander Herr vergab mit einem schwachen Sprung auf 142,4 Meter im zweiten von vier Durchgängen vorzeitig die Möglichkeit auf eine Medaille. „Bei 110 Metern hat es mir schlagartig den Ski weggedreht. Ich weiß nicht, warum“, sagte Herr, der nach dem ersten Sprung noch auf Platz fünf gelegen hatte. Bester Springer des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) ist vor den letzten beiden Durchgängen heute Michael Neumayer auf Rang neun. Der Bayer kam auf 187,5 und 192,5 Meter. Klar in Führung liegt nach Flügen auf 202,5 und 207,5 Meter Titelverteidiger Roar Ljökelsoy aus Norwegen vor den Österreichern Thomas Morgenstern und Martin Koch. Viele Emotionen gab es nach dem Wettkampf beim letzten offiziellen Sprung des österreichischen Skispringers Andreas Goldberger, der 1996 Skiflug-Weltmeister war und nun seine Karriere beendete.

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„Franz-Klammer-Piste“ heißt die Abfahrtsstrecke in Bad Kleinkirchheim neuerdings, doch den österreichischen Abfahrerinnen hat der Name ihres Landsmannes keinen Vorteil verschafft. Die Abfahrt gewann Anja Pärson, eine Schwedin. Immerhin konnte Michaela Dorfmeister mit Rang zwei die Ehre der einheimischen Skirennläuferinnen retten, auf Rang drei raste die Schweizerin Fränzi Aufdenblatten. Die deutschen Abfahrerinnen fuhren der Konkurrenz weit hinterher. Martina Ertl-Renz war auf Platz 25 noch die beste Starterin des DSV. Vier Wochen vor den Olympischen Winterspielen nutzte die Lenggrieserin die technisch anspruchsvolle Strecke als Training für den Kombinations-Wettbewerb beim Saisonhöhepunkt in Turin. Abfahrtsspezialistin Petra Haltmayr aus Rettenberg verpasste auf Rang 31 Weltcup-Punkte. „Nach dem Ausfall von Maria Riesch und Hilde Gerg haben wir im Speed-Bereich nur noch die Petra. Und ohne sie ist halt keiner da“, sagte DSV-Alpinchef Walter Vogel.

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Grippekrank hat Rennrodler Georg Hackl beim Preisgeldrennen Challenge Cup im österreichischen Igls den sechsten Platz belegt. Besser als der dreimalige Olympiasieger machte es Teamkollege David Möller: Hinter Armin Zöggeler aus Italien schaffte Möller mit dem zweiten Platz seine beste Saisonplatzierung. Den einzigen deutschen Sieg in den Ausscheidungsrennen stellte Olympiasiegerin Sylke Otto sicher.dpa

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