Sport : Knapp vorbei ist auch daneben

Mathias Klappenbach

Sie wird zwar erst spät fällig, aber jetzt kostet Artur Wichniarek doch noch eine Ablösesumme. Als Hertha BSC den Stürmer vor zweieinhalb Jahren verpflichtete, hatte der in drei Spielzeiten 50 Tore für Arminia Bielefeld geschossen. Sein Vertrag dort lief aus, da schien es eine sinnvolle und vergleichsweise kostengünstige Investition zu sein, Wichniarek nach Berlin zu holen. Schließlich wurde nur das marktübliche Handgeld für den Stürmer selbst und in den nächsten vier Jahren ein gutes Gehalt fällig.

Das ist doch ein guter Deal für einen Verein, der höhere Ziele in Angriff nehmen will – dachte man damals. Doch Hertha hat die Champions League nicht erreicht, und Wichniarek war ein Fehleinkauf, der immer seltener und schließlich gar nicht mehr zum Einsatz kam. Er hat ganz einfach immer wieder knapp daneben statt ins Tor geschossen. Warum, weiß bei Hertha keiner so genau. So wie in den vergangenen Jahren bei Luizao oder auch bei Fredi Bobic. Der war zusammen mit Wichniarek verpflichtet worden, zusammengerechnet hatten Wichniarek und Bobic für Bielefeld und Hannover in einer Saison 26 Tore geschossen. Bobic ist schon wieder weg, und Hertha zahlt jetzt an Wichniarek doch noch eine Art Ablösesumme, damit er den Verein vorzeitig verlässt.

Ein Teil davon, eine geschätzte Million Euro, soll ihm sowieso noch zustehen. Wichniarek hat den Verein verklagt, weil das damals vereinbarte Handgeld nie gezahlt worden sein soll. Vielleicht hat ja irgendjemand bei Hertha schon geahnt, dass Wichniarek immer knapp daneben schießen wird.

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