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Köln - Bayern 1:4 : Köln steigt zum fünften Mal ab

Nach dem 1:4 gegen Bayern München steigt der 1. FC Köln zum fünften Mal aus der Bundesliga ab. "Es ist eine Schande, so etwas gehört nicht ins Stadion", sagt Mario Gomez und meint damit aber die Kölner Fans.

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Kein Karneval: Die Kölner Fans sind wütend nach dem fünften Abstieg der Vereinsgeschichte.
Kein Karneval: Die Kölner Fans sind wütend nach dem fünften Abstieg der Vereinsgeschichte.Foto: dpa

Als die zweite Rauchbombe explodierte, ergriffen sämtliche Spieler beider Mannschaften die Flucht. Schiedsrichter Florian Meyer pfiff ein paar Sekunden zu früh ab, um dem Spuk möglichst schnell zu entkommen. Auf der Südtribüne des Kölner Stadions hatten sich ein paar Chaoten an den Zaun gestellt und wollten das Spielfeld stürmen. Den fünften Abstieg ihres FC wollten sie nicht einfach so hinnehmen.

Als die großen Rauchschwaden allerdings in Richtung des Spielfeldes zogen und der angerückten Hundertschaft der Polizei die Sicht zu erschweren drohten, da zeigten die Beamten eine taktische Meisterleistung und postierten sich so schnell und geschickt auf dem Kölner Stadionrasen, dass sich kaum ein Krawallmacher darauf traute. Die Chaoten hatten mit dieser Aktion aber eine nachhaltige Wirkung bei den Spielern verursacht. „Das war schon eine komische Situation für uns alle“, sagte Bayern-Torhüter Manuel Neuer stellvertretend für seine Kollegen.

Derart viel Können und Übersicht wie die Polizei an diesem Nachmittag offenbarte, hätten sich die 50 000 in Stadion allerdings auch von den Kölner Profis gewünscht. Die waren dem FC Bayern München beim 1:4 allerdings in allen Belangen unterlegen, und dass, obwohl der Rekordmeister nicht einmal annähernd an seine Leistungsgrenze gehen musste.

„Die Rauchschwaden hatten für uns Symbolkraft. Das war ein schwarzer Tag für uns“, sagte Frank Schaefer später. Drei Wochen hatte der Interimstrainer Zeit, die gröbsten Schwächen in der Kölner Mannschaft abzustellen. „Es ist uns nicht gelungen. Was hier in den vergangenen Jahren entstanden ist, ist eine ganz schwierige Konstellation“, sagte er sichtlich geknickt.

Dabei hatte er das Chaos, das in dieser Saison über den Klub hereingebrochen war, nicht zu verantworten. Die Konsequenzen aus der Entlassung des Managers Volker Finke, des Trainers Stale Solbakken sowie den Rücktritt des Präsidenten Wolfgang Overath und viele kleinere und größere Verfehlungen der Mannschaft musste Schaefer irgendwie verwalten und sie zu einem guten Ende führen. Eine Aufgabe, an der er scheitern musste.

Schaefer musste sich zusammen nehmen, um nicht aus seiner Wut und Enttäuschung über diese zerrüttete Mannschaft heraus Details an die Öffentlichkeit zu bringen. Nur soviel: „Von meinem Gefühl her war es ein total unnötiger Abstieg. Wir brauchen einen Schnitt. Die Mannschaft muss ein neues Gesicht bekommen.“

Auch Jupp Heynckes zeigte Mitleid mit dem Gegner. „Das ist ein sehr bitterer Moment für die Kölner. Aber sie sind nicht heute abgestiegen“, sagte der Bayern-Trainer. „Dieses Spiel war ein Spiegel des überwiegenden Teils der Saison.“ Während Heynckes das sagte, schaute Schaefer zu ihm herüber und nickte. Die beiden Fachmänner wussten, wovon sie sprachen. Nur etwas an den Fakten verändern, das vermochten sie beide nicht mehr. Auch wenn sie sicher einige Ideen dafür hätten.

Derweil hatten sich alle Kölner Spieler bereits durch den Hinterausgang verabschiedet. Einzig Lukas Podolski, der vor dem Spiel unter großem Applaus vom Publikum verabschiedet worden war, wollte noch ein paar Sätze zu diesem Tag sagen. „Das ist für mich einer der traurigsten Tage. Aber letztlich sind wir verdient abgestiegen“, sagte der 26-Jährige, der in der kommenden Saison für den FC Arsenal in London spielen wird. Lukas Podolski sagte, er könne die Enttäuschung der Fans verstehen.

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