Sport : Köln - Hertha BSC: Zu spät wachen die Berliner auf

Stefan Hermanns

Kölns Luft bekommt Hertha BSC nicht. 27 Jahre ist es her, dass der Berliner Fußball-Bundesligist dort gewann, damals noch mit Erich Beer und Erwin Hermandung. Gestern Abend war für die Berliner in Köln wieder nichts zu holen. Den 1. FC Köln schien die gute Auswärtsbilanz Herthas mit bereits sechs Siegen wenig zu interessieren. Nach schwachen ersten Minuten kam er zum verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg. Für Hertha ein denkbar unglücklicher Auftakt der "Woche der Wahrheit", von der Manager Dieter Hoeneß gesprochen hat. Am Mittwoch im Nachholspiel gegen Unterhaching muss nun ein Sieg her.

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Sicherheit war alles, auf beiden Seiten. Die Devise beider Mannschaften war klar: nur selbst keinen Fehler machen und auf Konter hoffen. Was dabei vor der Pause herauskam, war Langeweile. Torszenen gab es so gut wie keine. Einmal, da tauchte Andreas Schmidt vor dem Kölner Tor auf, sein Schuss sah nicht schlecht aus, doch Torhüter Pröll war auf dem Posten. Anders als damals, beim Hinspiel. Da hatte ihn Alex Alves mit einem Schuss von der Mittellinie überrumpelt und mit seinem Tor das Signal zur letztlich erfolgreichen Aufholjagd gegeben.

Jener Alves war gestern nach langer Pause wieder mal dabei. So recht bemerkte das freilich keiner. Denn der Brasilianer spielte unauffällig, so wie viele andere seiner Kameraden auch. Wenigstens auf die Vierer-Abwehrkette war Verlass. Rehmer, Maas, van Burik und Hartmann machten ihre Sache nicht schlecht. Allerdings, sonderlich gefordert wurden sie nicht. Weil eben, siehe oben, auch bei Kölns Angriff mit dem lange Zeit auch von Hertha umworbenen Timm Sicherheit Trumpf war.

Doch irgendwann, das ahnte man, war es mit dem Sicherheitsspiel vorbei. Schon in der dritten Minute nach Wiederanpfiff. Gerade hatte Kostas Konstantinidis an die Latten-Oberkante des Kölner Tores geköpft, da fiel auf der Gegenseite das Tor. Lottner hatte einen Freistoß getreten, Cullmann platziert per Kopf getroffen. Torhüter Gabor Kiraly, chancenlos, sah dem Ball traurig hinterher. Was ihn nicht hinderte, danach zweimal glänzend gegen Kurth zu klären. Beide Male sah Herthas zuvor so souveräne Abwehr schlecht aus.

Trainer Jürgen Röber war dann auch höchst unzufrieden, nahm Rob Maas und Konstantinidis vom Platz, schickte dafür Eyjölfür Sverrisson und Pal Dardai auf den Rasen. Und dann setzte er alles auf eine Karte, als er mit Ali Daei die dritte Sturmspitze aufbot. Es half alles nichts mehr, trotz so mancher Chance. Vielleicht hätte Hertha BSC sich doch früher auf die Offensivqualitäten besinnen sollen.

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