Köln - Mainz 1:0 : Novakovic beendet Kölns Heimkomplex

Ein kämpfendes Kölner Kollektiv verteidigt die Führung gegen Aufsteiger Mainz bis zum Schlusspfiff - auch wenn es die letzten Minuten ohne den Torschützen überstehen muss.

Richard Leipold
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Hohes Bein. Der Kölner Petit (li.) und der Mainzer Bancé im Duell. Foto: dpadpa

Köln - Milivoje Novakovic durfte schon gut zwanzig Minuten vor dem Schlusspfiff Feierabend machen. Den Rest der Zeit mussten seine Mannschaftskollegen vom 1. FC Köln ohne den auffälligsten Mann des Tages überstehen, der zuletzt bei zwei Länderspielen Kraft gelassen hatte. Es ist dem kämpfenden Kölner Kollektiv gelungen. Der Treffer des slowenischen Nationalspielers, erzielt in der 42. Minute, reichte dem FC im eigenen Stadion zum Sieg über den FSV Mainz 05, der sich zu spät darauf besann, nach vorne zu spielen. Für Köln war das 1:0 der erste Heimerfolg in dieser Bundesliga-Saison.

Nach gut einer halben Stunde stieß eine Gruppe von FC-Fans auf der Südtribüne den Karnevalsgruß „Kölle Alaaf“ aus. Doch von karnevalistischem Frohsinn war auf dem Rasen bis dahin nichts zu spüren gewesen. Die Kölner hatten sich zwar um einen Treffer bemüht, aber meist nur untaugliche Versuche zustande gebracht. Die Partie schien zum Langweiler zu werden, zumal Mainz in der Offensive noch weniger Akzente setzte als die Heimelf. Doch kurz vor der Pause trat der beste Mann des FC auf den Plan. Kapitän Novakovic, der neben Ishiaku stürmte, nutze eine Vorlage von Fabrice Ehret per Direktabnahme aus kurzer Entfernung zum Führungstreffer. Knapp zwei Minuten später bot sich dem Torschützen sogar die Chance, den Vorsprung auszubauen. Doch sein Kopfball war nicht platziert genug, um FSV-Torhüter Heinz Müller zu überwinden, der den Ball im Nachfassen unter Kontrolle bekam. Auch in der wenig erbaulichen Anfangsphase hatte Novakovic das einzige Ausrufezeichen gesetzt und Müller zu einer Faustabwehr gezwungen.

Im zweiten Durchgang hatte wieder Köln die erste Chance. Novakovic – wer sonst? – schoss jedoch knapp übers Tor. Dann rafften sich allmählich auch die Mainzer auf, ein wenig mehr für die Offensive zu tun. Sie suchten den Weg nach, spielten aber weiter ohne Inspiration und vor allem ohne Durchschlagskraft. In beiden Strafräumen ereignete sich nicht mehr allzu viel. Köln geriet nur selten so in Bedrängnis wie bei Bancés Kopfball in der Nachspielzeit, der knapp neben dem Tor landete. Die Mainzer hatten zu spät angefangen, ernsthaft auf Angriff zu spielen. In der Schlussphase, als der FC doch ein wenig in Bedrängnis geriet, konnten die Kölner Fans den Schlusspfiff kaum erwarten und pfiffen den Schiedsrichter aus, bis der Unparteiische schließlich selbst pfiff. Nach einem Arbeitssieg ist der Kölner Heimkomplex erstmal überstanden.

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