Sport : Köln spielt modern

Mit Trainer Doug Mason sind die Haie wieder erfolgreich

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Berlin - Es kommt schon mal vor, dass Pierre Pagé nette Worte über einen seiner Kollegen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) findet. Besonders dann, wenn ein Trainer ein Spielsystem favorisiert, das dem Pagés nahe kommt. In dieser Saison haben es die Kölner Haie dem kanadischen Coach der Eisbären besonders angetan. „Doug Mason leistet in Köln sehr gute Arbeit“, sagt Pagé. „Er lässt schnell, modern und attraktiv spielen.“ Und auch sehr erfolgreich, denn zurzeit rangieren die Haie auf Tabellenrang drei, nachdem sie zuletzt sieben von acht Spielen gewonnen haben. Heute empfangen sie das zurzeit andere aufstrebende Team der Liga, die Eisbären: Für die Berliner war das 5:2 am Freitag gegen Straubing ihr fünfter Erfolg in Serie.

Das heutige Spiel also verspricht gute Unterhaltung und den Haien eine volle Kasse: Mehr als 15 000 Zuschauer werden in der Kölnarena erwartet. Die Haie sind in Köln wieder angesagter als in den vergangenen Jahren, auch wenn sie um die Rolle als Zuschauerkrösus der DEL seit dieser Saison mit den Mannheimer Adlern zu kämpfen haben. Dabei ist Doug Mason auch derjenige, dem der Aufschwung zugeschrieben wird. Hans Zach hatte die Haie vier Jahr zuvor als Meister übernommen, dann aber den hohen Erwartungen beim Traditionsverein nie genügen können. Als Zach nach Hannover ging, war es einigermaßen erstaunlich, dass ausgerechnet Mason sein Nachfolger wurde. Zuvor hatte der Kanadier mit niederländischem Ausweispapier drei Jahre lang Krefeld, dann zwei Jahre Iserlohn betreut – jeweils mit durchschnittlichem Erfolg. Erstmals übernahm er nun ein Team mit gehobenen Ansprüchen. „Ich habe nur drei Sekunden überlegt als die Anfrage der Haie kam und dann zugesagt“, erzählt Mason.

Der inzwischen 52 Jahre alte Trainer mit dem schütteren Haupthaar galt in Köln als kostengünstige Lösung. Schließlich war Vorgänger Zach der Trainergroßverdiener der Liga. Kaum einer hat Mason eine lange Amtszeit in Köln prognostiziert, nun scheint es anders zu kommen: So viel Geld wie die Mannheimer Adler mit ihrem solventen Gesellschaftern Dietmar und Daniel Hopp können die Haie nun mal nicht ausgeben. Es werde in Köln „wirtschaftlich vernünftig“ gearbeitet, sagt Geschäftsführer Thomas Eichin. Man sehe ja, dass die Haie auch so mit solventeren Teams mithalten würden. Mehr als das: Die Haie haben bislang zwei Punkte im Schnitt geholt, eine Marke von der Tabellensiebte Eisbären (1,5 Punkte im Schnitt pro Spiel) noch ein Stück entfernt ist.

Es ist also nicht überraschend, dass die Berliner so denken wie Trainer Pagé, der „mit Respekt“ in der Kölnarena antreten will. Allerdings sind die Eisbären in der komfortablen Rolle des Außenseiters. „Die ersten drei Punkte am Wochenende haben wir ja schon gewonnen“, sagt ihr Angreifer Denis Pederson. „Da können wir ohne ganz großen Druck aufspielen.“

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