Sport : Köln trennt sich von Solbakken Ex-Trainer Schaefer soll den Abstieg verhindern

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Um 12.25 Uhr am Donnerstag schien die Welt von Stale Solbakken beim 1. FC Köln noch in Ordnung zu sein. Der Klub lud schließlich zur turnusmäßigen Gesprächsrunde mit dem Trainer am Freitag ein. Um 18.02 Uhr dagegen hatte der Norweger keinen Job mehr. Geschäftsführer Claus Horstmann hatte Solbakken gegen 17 Uhr mitgeteilt, dass sich der in schwere Abstiegsnot geratene Fußball-Bundesligist zu einer Trennung entschieden habe.

Nichts Besonderes bei den Kölnern, die in letzter Zeit ja reihenweise ihr Führungspersonal an die Luft gesetzt hatten. Erst ging Präsident Wolfgang Overath, jüngst Sportdirektor Volker Finke und nun eben Stale Solbakken. Gründe gaben die Kölner für die Entscheidung drei Tage vor dem brisanten rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach auch an. „Unser Team braucht jetzt erkennbar neue Impulse für den Abstiegskampf“, sagte Werner Wolf, Vorsitzender des Verwaltungsrates. Diese Impulse soll der vor einem Jahr demissionierte Frank Schaefer liefern.

Dass der erst vor dieser missratenen Saison verpflichtete Norweger gehen musste, dürfte die wenigsten Menschen, die sich mit dem 1. FC Köln befassen, wundern. Niederlagen und Disziplinlosigkeiten im Mannschaftskader wechselten sich zuletzt so häufig ab, wie in der Natur gerade Regenwolken die Frühlingssonne verdecken. Solbakken hielt auch immer an seiner sehr speziellen Idee vom Fußball fest, die die Spieler nicht verstanden hatten und die vor allem Niederlagen einbrachte. Junge Spieler, die als eine Alternative zu formschwachen Stammspielern hätten gelten können, ignorierte er ebenfalls, so gut es ging. Dass er dafür vor einigen Tagen von Horstmann eine Art längerfristige Jobgarantie ausgesprochen bekommen hatte, führte bei den Beobachtern und Anhängern eher zu kollektivem Stirnrunzeln.

Die Frage, die sich viele stellten, war eher: Weshalb darf Solbakken so lange weitermachen? Und da sich die Kölner schon traditionell gerne an alte Bekannte erinnern, soll nun wieder Frank Schaefer das Ruder herumreißen. Der Mann, der von Oktober 2010 bis April 2011 das Traineramt schon einmal inne hatte und gegen den der einstige und damals neue Sportdirektor Volker Finke dann aber so lange unsanft stichelte, bis er trotz seiner erfolgreichen Arbeit die Brocken hinwarf, darauf von Finke freigestellt und irgendwo im Klub geparkt wurde. Schaefer bleibt wenig Zeit, den völlig verunsicherten Haufen von Spielern auf die Spur zu bekommen. „Wir danken Frank Schaefer für die Bereitschaft, in dieser schwierigen Phase so kurzfristig Verantwortung zu übernehmen“, sagte Werner Wolf. Diese Worte scheint er sehr ernst zu meinen.

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