Sport : Köln trennt sich von Solbakken

Ex-Trainer Schaefer soll den Abstieg verhindern.

Auf ein Neues. Frank Schaefer will die Kölner vor dem Abstieg bewahren. Foto: dpa
Auf ein Neues. Frank Schaefer will die Kölner vor dem Abstieg bewahren. Foto: dpaFoto: dpa

Köln - Fast auf den Tag genau vor einem Jahr leitete am 10. April 2011 ein 1:5-Debakel bei Borussia Mönchengladbach das Ende der Amtszeit von Frank Schaefer als Cheftrainer des 1. FC Köln ein. Nun soll der 48-Jährige erneut das Traineramt beim FC bekleiden. Er springt in den letzten vier Spielen ein, um als Nachfolger des am Donnerstag entlassenen Norwegers Stale Solbakken den fünften Abstieg der Klubgeschichte zu verhindern. „Frank Schaefer hat jetzt den Auftrag, alle Reserven zu mobilisieren, um mit der Mannschaft die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen“, teilte Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann mit.

Neun Tage nach der Pleite in Mönchengladbach hatte der Fußballlehrer vor Jahresfrist seinen Rückzug zum Saisonende angekündigt, er hielt dem immensen Druck aber nur bis zum 27. April stand. Den tiefgläubigen Christen hatte damals wohl weniger das 1:4 beim VfL Wolfsburg, die dritte Niederlage in Folge, zermürbt. Vielmehr waren es Schmierereien der Kölner Fans mit Parolen wie „Wenn ihr absteigt, bringen wir euch um“ und die Machtspielchen hinter den rheinischen Karnevals-Kulissen.

Sportdirektor Volker Finke soll angeblich ein treibender Faktor gewesen sein. Er soll auch das Verhältnis Schaefers zum Glauben thematisiert haben. Die Vereinsspitze, an der damals noch Wolfgang Overath stand, kam auch angesichts des Tabellenbildes zu dem Schluss, dass Schaefer nicht mehr der Richtige sei für die Profimannschaft. Ein großer Teil des Kaders soll sich seinerzeit auch gegen Schaefer gestellt und Finke favorisiert haben.

Horstmann, der die Entscheidung damals mitgetragen hatte, weiß vor allem, welches Ansehen Schaefer im Umfeld hat. „Er genießt hohe Sympathien bei unseren Fans, auf deren Unterstützung unsere Mannschaft in dieser schwierigen Situation angewiesen ist“, sagte Horstmann, der auch von der fachlichen Kompetenz überzeugt ist: „Frank Schaefer hat bereits in der letzten Saison gezeigt, dass er die Mannschaft zu Hochleistung motivieren kann.“ Assistieren werden Schaefer wieder Dirk Lottner und Stephan Engels als Teamleiter.

Es hat sich einiges verändert beim 1. FC Köln, seit Schaefer 2011 ins zweite Glied zurückgekehrt und wieder als Jugendkoordinator tätig war. Wolfgang Overath ist seit langem nicht mehr da, ihm wird möglicherweise das Duo Werner Spinner als Präsident und der ehemalige Nationaltorwart Toni Schumacher als Vize nachfolgen. Von Volker Finke hatte man sich nach dem 1:0 gegen Hertha BSC getrennt. Lukas Podolski, den er schon in der Jugend betreut hatte, wird den Verein am Saisonende wohl Richtung London verlassen. Ob Schaefer dem 26-Jährigen, der mit 17 Toren die beste Zeit seiner Karriere in der Bundesliga hat, bis zum Saisonende die Kapitänsbinde wieder zurückgibt, bleibt abzuwarten.

Das aber dürfte Schaefers kleinstes Problem sein. Vor allem die Berufsauffassung einiger Profis ist bedenklich. Die Eskapaden eines Miso Brecko, der nach der FC-Karnevalsfeier alkoholisiert mit seinem Auto im Gleisbett gelandet war, oder der jüngste Alkohol-Aussetzer von Slawomir Peszko sorgten für großes Aufsehen. Doch Schaefer versucht es – aus alter Verbundenheit zum FC.dapd

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