Köln : Ümit Özat: Tribüne statt Strafraum

Kölns Ümit Özat muss seine Karriere beenden. Der im Sommer 2007 von Fenerbahce Istanbul verpflichtete türkische Nationalspieler war am 29. August vorigen Jahres im Punktspiel beim Karlsruher SC zusammengebrochen. Bei dem Abwehrchef war eine Herzmuskelentzündung festgestellt worden.

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Kapitän mit Flagge. Ümit Özat saß gegen Gladbach unter den Kölner Fans. Foto: dpa

Köln - Der letzte Gang vor die Südtribüne des Kölner Stadions war der schwerste. „Köln ist die Stadt, die ich liebe. Das ist die Mannschaft, die ich liebe. Danke, dass ihr mir die Möglichkeit gegeben habt, das FC-Trikot zu tragen. Ihr seid die besten Fans der Welt“, rief Ümit Özat den Anhängern des 1. FC Köln entgegen. Unmittelbar vor dem rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach (2:4) gab der 32 Jahre alte Kapitän des Fußball-Bundesligisten seinen Rücktritt vom Leistungssport aus gesundheitlichen Gründen bekannt. „Das ist Schicksal, das kann man nicht ändern“, sagte Özat sichtlich bewegt. „Aber es hat mich und meine Familie sehr stolz gemacht, der erste türkische Kapitän in der Bundesliga sein zu dürfen.“

Der im Sommer 2007 von Fenerbahce Istanbul verpflichtete türkische Nationalspieler war am 29. August vorigen Jahres im Punktspiel beim Karlsruher SC (2:0) zusammengebrochen. Bei dem Abwehrchef war eine Herzmuskelentzündung festgestellt worden. Untersuchungen bei Spezialisten in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio und in Siegburg kamen zu dem Ergebnis, dass Özat keinen Leistungssport mehr betreiben kann. Die Herzmuskelentzündung ist zwar ausgeheilt, hinterließ aber kleine Narben, die zu erneuten Herzrhythmusstörungen führen könnten. Im täglichen Leben ist Ümit Özat nicht akut gefährdet.

Der Abwehrspieler bleibt dem FC dennoch erhalten. Er beginnt mit Unterstützung des Vereins eine Trainerausbildung. „Meine Fußballer-Karriere ist leider zu Ende. Das ist natürlich sehr traurig, besonders in meinem jungen Alter. Aber jetzt beginnt meine zweite Karriere, die auch mit Fußball zu tun haben wird“, sagte der Türke. „Ich danke Gott, dass ich eine zweite Chance bekomme.“

Der 1. FC Köln will für seinen ehemaligen Spielführer ein noch nicht terminiertes Abschiedsspiel ausrichten. „Das ist für uns alle sehr traurig. Ich wünsche ihm für sein weiteres Leben alles Gute“, sagte Özats Mitspieler Miso Brecko. Auch Manager Michael Meier, der gemeinsam mit Özat die Partie gegen Mönchengladbach unter den Fans auf der Südtribüne verfolgte, sprach von einem traurigen Ereignis. „Wir haben ihn als einen tollen Menschen kennengelernt, als einen Kämpfer. Es ist tragisch, dass er nun nicht mehr zum aktuellen Kader gehört“, sagte Meier. „Er ist einer von uns geworden und soll es auch bleiben.“  dpa

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