Sport : Könige ohne Titel

Real Madrid verliert 1:3 in Monaco und scheidet aus

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Monaco (Tsp). Es waren nur ein paar Zentimeter. Die Flanke flog an den Strafraum heran, Raul setzte sich im Kopfball gegen seinen monegassischen Gegenspieler durch, und der Ball landete im Netz. Raul breitete die Arme aus, doch sein Jubelflug wurde allzu schnell beendet. Der Linienrichter hatte seine Fahne gehoben, und er hatte richtig entschieden, als er Raul, den Kapitän von Real Madrid, im Abseits gesehen hatte. Auch wenn es nur ein paar Zentimeter waren. Eine Viertelstunde vor Schluss wäre Rauls Treffer das 2:3 für Real gewesen, und es hätte Madrid nach dem 4:2 im Hinspiel vor zwei Wochen ins Halbfinale der Fußball Champions-League gebracht. Die 1:3-Niederlage beim AS Monaco genügte dem spanischen Rekordmeister jedoch nicht mehr. Auch Reals Jubelflug endete gestern Abend im Fürstentum am Mittelmeer jäh. Wie im vergangenen Jahr schaffte es die Millionärsvereinigung nicht ins Finale der Prestigeveranstaltung Champions League. Diesmal war sogar schon im Viertelfinale Schluss.

Schwere Zeiten für Queiroz

Für Reals portugiesischen Trainer Carlos Queiroz könnte das Engagement in Madrid ebenfalls schon bald ein jähes Ende nehmen. Nichts wird bei Real mehr verachtet als Erfolglosigkeit, und die beginnt schon dann, wenn die Mannschaft nur Spanischer Meister wird, sonst aber keinen Titel holt. Im nationalen Pokal ist die Mannschaft ebenfalls schon gescheitert. So drohen die Königlichen am Ende dieser Saison ganz ohne Titel dazustehen. Der AS Monaco, das Team des französischen Weltmeisters von 1998 Didier Deschamps, trifft nun im Halbfinale der beiden Außenseiter am 20. April und 5. Mai auf den FC Chelsea.

Dabei hatte es für Real im Stadion Louis II von Monaco so gut angefangen. In der 36. Minute hatte Nationalspieler Raul die Spanier, die ohne den verletzten David Beckham antreten mussten, scheinbar uneinholbar in Führung geschossen. für den spanischen Nationalspieler war es bereits der 45. Treffer, den er in einem Champions-League-Spiel erzielt hat. Doch die Monegassen kämpften sich zurück. Zunächst scheiterte Fernando Morientes mit einem Freistoß an Reals Torhüter Iker Casillas.

Doch dann erzielte Ludovic Giuly in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ausgleich für Monaco. Morientes schließlich erhöhte gleich nach der Pause auf 2:1. Ausgerechnet Morientes, den Real vor der Saison nicht mehr haben wollte und der schon im Hinspiel getroffen hatte – zum wichtigen 2:4, jenem Tor, das noch so wichtig werden sollte. Auch im Rückspiel war der Spanier, der ein unglaubliches Laufpensum leistete, der beste Mann.

Giuly zum Zweiten

Ludovic Giuly stürzte Real Madrid schließlich mit seinem zweiten Tor in der 66. Minute in eine tiefe Depression. Den Spaniern fiel in der Folgezeit wenig ein, um das Ausscheiden zu verhindern. Sie hatten sogar noch großes Glück, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Erst traf der eingewechselte Nonda in der 81. Minute nur den Pfosten, dann, in der Nachspielzeit, landete ein Schuss von Adebayor am Lattenkreuz. Fünf Minuten ließ der Schiedsrichter nachspielen, doch auch das half Real nicht mehr. Raul vergab die letzte Chance. Danach war alles aus.

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