Sport : Körbe gegen den Frust

Alba gewinnt souverän mit 98:70 gegen Ludwigsburg

Benedikt Voigt

Berlin. Es ist eng geworden auf der Bank des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin. Wenn sich der zumeist stehende Trainer Emir Mutapcic auch noch hinsetzen will, drängen sich gegenwärtig dort 17 Personen. Auch die fünf verletzten Spieler der Berliner quetschten sich gestern Nachmittag auf die lange Bank, bot sich doch von dort aus der beste Blick auf die unterhaltsame Basketball-Show, die Alba Berlin zeigte. 98:70 (58:32) gewann der Deutsche Meister vor 5771 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle das Bundesligaspiel gegen EnBW Ludwigsburg. Es war der erste Sieg für Alba Berlin nach drei Niederlagen in Folge. „Wir haben drei Viertel lang sehr gut gespielt“, sagte Albas Trainer Emir Mutapcic. John Best war mit 18 Punkten Topscorer.

Dabei hätten die Berliner auch verunsichert auftreten können nach der unglücklichen Niederlage am Donnerstag bei Olympiakos Piräus. Dort hatten sie gut gespielt und dennoch durch ein 95:96 nach Verlängerung bereits alle Chancen auf das Weiterkommen in der Europaliga eingebüßt. Doch die Berliner Spieler reagierten ihren Frust gegen die zeitweise hilflosen Ludwigsburger regelrecht ab. Mit zahlreichen Dunkings erfreuten Szymon Szewczyk und Vladimir Petrovic die Alba-Fans.

Bei Alba setzten sich die postiven Tendenzen aus dem Spiel gegen Piräus fort. Mutapcic begann erneut mit dem 21-jährigen Nachwuchsspieler Sascha Leutloff (7 Punkte). Die beiden Rekonvaleszenten Szymon Szewczyk (11) und Stefano Garris (13) finden allmählich in die Mannschaft zurück. Und der Kurzzeit-Zugang Chuck Evans konnte seinem neuen Team erneut mit sieben Punkten helfen. „Er ist mental sehr stark“, lobte Mutapcic.

Das erste Viertel gewann Alba mit 34:14. „Da war das Spiel schon vorbei“, sagte Ludwigsburgs Trainer Bruno Soce, „von da an waren wir nur noch damit beschäftigt, zu einem anständigen Ergebnis zu kommen.“ Nach den ersten zehn Minuten hielten sich die Berliner in der Offensive etwas zurück. Erstklassige 69 Prozent aller Würfe hatte Alba bis zur Pause getroffen, am Ende waren es immer noch hervorragende 60 Prozent. Vladimir Petrovic (14 Punkte, 10 Rebounds) hatte bis zur Halbzeit mit keinem Wurf den Korb verfehlt.

Nach der Pause verteidigten Albas Spieler nicht mehr so engagiert wie im ersten Viertel. Den dritten Spielabschnitt verlor Alba mit 25:27, was Mutapcic ärgerte. „Nach der Pause geht unsere Konzentration immer runter, vielleicht wärmen wir uns in der Pause nicht richtig auf.“

Richtig in Form kam nun aber Ludwigsburgs Trainer. Bruno Soce schimpfte zu Beginn des letzten Abschnitts lautstark in Richtung Berliner Bank, weil sich Mutapcic bei den Schiedsrichtern beschwert hatte. Nach dem Ende des Spiels hatte sich Soce immer noch nicht beruhigt. „Mein Freund hat weiter Druck auf die Schiedsrichter gemacht, das war nicht korrekt“, sagte Soce. Außerdem habe Alba sehr hart gespielt. Das wiederum ärgerte Mutapcic. „Ich bin enttäuscht, wir haben gut gespielt, und dann kommt so eine Reaktion von dem Kollegen.“

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