Sport : Kollektiver Wahnsinn

Sechs Platzverweise beim Fußballderby in Barcelona

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Barcelona (dpa). Mit sechs Platzverweisen und zwölf Gelben Karten geht das Lokalderby zwischen Espanyol und dem FC Barcelona (1:3) in die Geschichte des spanischen Fußballs ein. Schiedsrichter Alfonso Pino Zamorano stellte drei Spieler von jeder Mannschaft vom Platz. Ein absoluter Rekord in der Primera Division. Der bisherige Spitzenwert stand bei fünf Platzverweisen: in der Saison 86/87 bei Espanyol gegen Real Mallorca .

„Es herrschte kollektiver Wahnsinn“, titelte das Fachblatt „Sport“. In beiden Teams lagen die Nerven blank. Der 16malige Meister Barelona drohte als Tabellenelfter den Anschluss zur Spitze zu verlieren, Espanyol ist als Letzter in Abstiegsgefahr. Als Erster musste in der 41. Minute Ivan de la Peña (Espanyol) vom Feld. Sein grobes Foul an Michael Reiziger ließ dem Referee keine andere Wahl. De la Peña soll vor seinem Abgang dem Schiedsrichter noch mit einem Finger in den Bauch gepiekst haben. Zu diesem Zeitpunkt führte Barça bereits 3:1. Bei Espanyol mussten noch Soldevilla und Lopo vorzeitig vom Feld, bei Barça Marquez, Quaresma und Kapitän Cocu. Viele der Gelben und Gelb-Roten Karten gab es wegen Meckerns. Auf den Rängen randalierten derweil frustrierte Espanyol-Fans.

Die Presse macht den Schiedsrichter als Schuldigen für die Kartenflut aus. „Mit Fingerspitzengefühl hätte er sich vier Platzverweise ersparen können“, meint „Sport“. Referee Zamorano steht ohnehin in einem schlechten Ruf. Der Beamte im Verteidigungsministerium soll seine Erstliga-Zulassung nur dadurch erhalten haben, dass er sich einen falschen Wohnsitz bescheinigen ließ. In Madrid hatte er gegen die Konkurrenz der anderen Bewerber keine Chance, also ließ er sich in Ciudad Real registrieren.

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