Kolumbien : Massenhysterie nach Sieg über Argentinien

Der 2:1-Erfolg in der WM-Qualifikation gegen Argentinien hat halb Kolumbien in Ausnahmezustand versetzt. Den Gauchos hatten zuvor Höhenluft und fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen das Leben schwer gemacht.

Emilio Rappold[dpa]
Tevez
Vom Platz geschickt: Carlos Tevez. -Foto: dpa

Bogotá/Rio de JaneiroDas hoch gelegene Kolumbien ist für den zweimaligen Weltmeister Argentinien zur Hölle geworden. Nach drei Siegen in Serie kassierten die Argentinier im 2650 Meter hoch gelegenen Bogotá ihre erste Niederlage in der südamerikanischen Qualifikation zur WM 2010. In Kolumbien löste der unerwartete 2:1 (0:1)-Erfolg eine wahre Massenhysterie aus. Bis in den frühen Morgen des Mittwochs schallten Autohupen durchs Land. "Wir wurden von den Göttern umarmt", schrieb die Onlineausgabe der Zeitung "El Tiempo".

Argentinien bleibt zwar vorerst mit neun Punkten Tabellenführer vor der noch ungeschlagenen Auswahl von Kolumbien (acht). Paraguay kann aber am Mittwoch bei einem Sieg in Chile sein Punktekonto auf zehn erhöhen und die Tabellenspitze erklimmen. Die Argentinier, die vor der Partie im Mannschaftsbus gesungen und getanzt hatten, verließen Bogotá mit hängenden Köpfen. "Der Schiedsrichter hat die Kolumbianer ungestraft treten und schlagen lassen", meckerte - nicht ganz zu unrecht - Spielmacher Juan Riquelme.

Argentinien zunächst in Führung

Dabei begann für die "Blauweißen" vor rund 50.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion "El Campín" alles nach Plan. Sie waren mit Kurzpassspiel tonangebend und gingen trotz eines frühen Feldverweises gegen Carlos Tevez wegen einer Tätlichkeit (25.) auch in Führung. Jungstar Lionel Messi ließ nach Riquelme-Pass in der 36. Minute drei Gegner wie Slalomstangen stehen und schoss aus zehn Metern ins Netz. Ein kleines Kunststück, denn Kolumbiens Tormann Agustín Julio war in der Nationalelf seit 837 Minuten ohne Gegentor.

Nach der Pause aber plötzlich ein anderes Bild: die Argentinier zollten der Höhe und der Unterzahl immer mehr Tribut und quälten sich am Ende sichtlich erschöpft übers Feld. Die Kolumbianer drehten die Partie bei strömendem Regen dann auch dank der Tore von Rubén Darío Bustos (per Freistoß in der 62.) und Dairo Moreno (83.) um. "Diese Punkte sind Gold wert", sagte Coach Jorge Luis Pinto.

Im ersten Spiel des Abends lag Venezuela in San Cristóbal gegen Bolivien neun Minuten vor Schluss mit 2:3 hinten - und kam am Ende noch zu einem 5:3 (2:2)-Sieg. Dadurch kletterte die Karibik-Auswahl mit sechs Punkten vorläufig auf den vierten Tabellenplatz. Bolivien bleibt mit einem Zähler Vorletzter vor Ecuador (0). Die Treffer des Heimteams schossen Daniel Arismendi (19. und 39.), Alejandro Guerra (81.) und Giancarlo Maldonado (88. und 90.). Für Bolivien trafen Marcelo Martins (18. und 77.) und Juan Carlos Arce (26.).

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