Kolumne : Aufbauhilfe vom Neubürger

Mathias Klappenbach weiß, was Cacau für Deutschland tun muss.

Mathias Klappenbach

Schnell landen die Gedanken, wenn von dem Stuttgarter Stürmer Cacau und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Rede ist, bei dem Brasilianer Paulo Rink. Dabei ist es mehr als zehn Jahre her, dass Rink und der Südafrikaner Sean Dundee unter großem Aufsehen und im Schnellverfahren eingebürgert wurden, um für Deutschland Tore zu schießen. Und auch die Diskussion um Nationalspieler, die Deutsche sind, aber ihre Wurzeln in anderen Ländern haben, ist zum Glück längst beendet.

Deswegen spielt es überhaupt keine Rolle, dass Cacau, der seit ein paar Monaten Deutscher ist und seit zehn Jahren hier lebt, die Staatsbürgerschaft angenommen hat, damit seine Kinder als Deutsche aufwachsen können und nicht wegen der Nationalelf. Der Bundestrainer Joachim Löw denkt über den Einsatz des gebürtigen Brasilianers bei der Asienreise nach, weil ihm dort sein halber Kader fehlt. Und aus einem anderen Grund von, man kann es wohl so sagen, nationaler Bedeutung.

Cacau ist beim VfB Stuttgart der eingespielte Sturmpartner von Mario Gomez. Dem Mario Gomez, der die Torjägerliste der Bundesliga anführt und seinen Verein nach oben geschossen hat. Dem Mario Gomez, der am vergangenen Samstag alle vier Tore beim Sieg gegen Wolfsburg erzielt hat. Und dem Mario Gomez, der in der Nationalelf seit vierzehn Monaten konsequent am Tor vorbeischießt. Wird Cacau berufen, ist seine Aufgabe klar: Er soll Gomez den Ball im Länderspiel so servieren wie beim zweiten Tor gegen Wolfsburg, genau auf den Fuß vor dem leeren Tor. Schießt Gomez dann noch vorbei, kann man nichts mehr für ihn tun.

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