Kolumne Auslaufen mit Lüdecke : Fake News für die Bundesliga

Unser Kolumnist denkt bei den Ergebnissen des 20. Spieltags nur an Falschmeldungen. Und hofft deshalb auf weitere.

Frank Lüdecke
Gibt es womöglich bald Fake News zu Herthas Trainer Pal Dardai?
Gibt es womöglich bald Fake News zu Herthas Trainer Pal Dardai?Foto: AFP

Wir kannten Fake News eigentlich eher von Donald Trump und seinen Mannen. Nun mischt aber auch der TV Sender Sky kräftig mit. Vor dem Spiel Bayer Leverkusen gegen Frankfurt wurde die Entlassung des Leverkusener Trainers Schmidt vermeldet. Später gab die Bezahlanstalt zu, einer „Falschinformation“ aufgesessen zu sein. Tja.

Sport-Manager Rudi Völler soll ziemlich wütend gewesen sein und für die Beschreibung der Situation einige derbe Begrifflichkeiten benutzt haben. Kann ich irgendwo verstehen. Eine optimale Spielvorbereitung sieht natürlich anders aus. Dass der unter Druck stehende und vermeintlich entlassene Trainer trotzdem mit seiner Mannschaft gewonnen hat, ist natürlich eine schöne Pointe.

Wenn man sich die Ergebnisse dieses Bundesliga-Spieltages ansieht, denkt man ehrlich gesagt auch unweigerlich an Falschmeldungen. Kann Dortmund beim Tabellenletzten Darmstadt verloren haben? Warum können die Schwarz-Gelben eine so desolate Leistung nicht am Mittwoch im Pokalspiel zeigen? Hat der Hamburger SV wirklich 3:0 beim Tabellenzweiten Leipzig gewonnen? Hat Hertha tatsächlich schon wieder verloren? Nur Bayern ist immer Bayern. Die Siegtore fielen in der 90. und 92. Minute. Wann sonst? In einer Sportart, die eigentlich nur 90 Minuten Spieldauer kennt. Warum kann Hertha nicht mal in der Nachspielzeit zwei Tore schießen?

Am nächsten Spieltag darf es auch nicht korrekt ablaufen

Ich mache jetzt mal einen Vorschlag zur Güte: Ich wünsche mir, dass der Pay-TV-Sender Sky am nächsten Samstag um 15 Uhr irrtümlicherweise die Entlassung von Herthas Trainer Pal Dardai verkündet. Gerne auch irrtümlicherweise die von Manager Michael Preetz und die des Mannschaftsarztes und wen es da sonst noch so gibt. Und zwar kurz bevor das Spiel gegen Bayern München angepfiffen wird. Und dass dann durch eine unglaubliche Trotzreaktion der wütenden Berliner… Sie verstehen schon.

Warum kann so etwas nicht mal eintreten? Dann dürfte Manager Preetz auch gerne derbe Begrifflichkeit verwenden. Gerne auch sehr derbe. Hauptsache in der 90. und 92. Minute würden die Berliner ihre Treffer erzielen. Meinetwegen auch durch Vedad Ibisevic, der diese Fähigkeiten doch mal besaß, derzeit aber als „Mann ohne Eigenschaften“ über den Platz läuft. Nur, so wie ich die Bundesliga kenne, wird nächsten Sonnabend alles wieder ganz korrekt ablaufen. Leider.

Der Berliner Kabarettist Frank Lüdecke schreibt hier jeden Montag über die Fußball-Bundesliga.

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