Kolumne : Fredi Bobic: Deutschland darf ja verlieren, aber doch nicht so!

Gegen Österreich wird's jetzt richtig schwer, sagt Fredi Bobic, die können sich unsterblich machen. Bobic schreibt an dieser Stelle im Wechsel mit Marcel Reif, Nadine Angerer, Lars Ricken und Mirko Slomka.

Bobic
Der Stürmer. Fredi Bobic schoss 108 Tore in 285 Bundesligaspielen und greift heute für Hertha BSC an - für die Senioren.Foto: ddp

Zugegeben, die Art und Weise wie die Deutschen gegen Kroatien verloren haben, hat uns wohl alle überrascht. Da spielt es auch keine Rolle, dass die Kroaten sehr clever gespielt haben. Man kann schon mal ein Spiel verlieren, aber die deutsche Mannschaft war ja chancenlos. Mit einem Schritt weniger geht es halt nicht, das hat der Philipp Lahm ganz treffend gesagt. Bundestrainer Joachim Löw muss nun die Fehler knallhart analysieren, in aller Gründlichkeit. Allein und mit den Spielern. Das wird er auch machen, so kenne ich ihn. Wichtig wird auch sein, dass die Spieler untereinander reden und sich nicht von äußeren Einflüssen irritieren lassen..

Es ist jetzt vielleicht ganz gut, dass das deutsche EM-Quartier in der Schweiz ist. Denn in Österreich wird nun die Euphorie bis zum Spiel stetig wachsen und der Faktor Cordoba wird in den Medien hochgespielt. Die Österreicher können sich jetzt halt unsterblich machen. Am besten die deutschen Spieler lesen keine Zeitungen, denn so etwas beeinflusst einen dann doch immer.

Am Montag haben wir nun ein Endspiel und es wird nicht einfach. Wir können gottfroh sein, dass die Österreicher gegen Polen nicht vier oder fünf Torte geschossen haben, die Chancen hatten sie. Anderseits haben sie auch unübersehbare Schwächen in der Defensive. Wenn wir wieder so spielen wie wir es können, alle in Bewegung sind und wir unsere offensiven Stärken ausspielen, dann sollten wir gewinnen und am besten gewinnen wir hoch. Wenn wir uns durchmogeln, wäre das eher schlecht für unsere Chancen im weiteren Turnier. Dagegen wäre ein hoher Sieg ein klares Signal an unseren wahrscheinlichen Viertelfinalgegner Portugal.

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