Kolumne : Fredi Bobic: "Die Todesgruppe könnte todlangweilig sein"

An dieser Stelle schreiben Fredi Bobic, Mirko Slomka, Marcel Reif, Nadine Angerer und Lars Ricken im Wechsel. Heute schwärmt Fredi Bobic für die starken Teams in der Gruppe C.

Fredi Bobic
Bobic
Der Stürmer. Fredi Bobic schoss 108 Tore in 285 Bundesligaspielen und greift heute für Hertha BSC an - für die Senioren.Foto: ddp

Spektakulär wird sie werden, die Gruppe C. Nur kein Spektakel. Nichts für Freunde des torreichen Offensivfußballs. Dafür aber ein Genuss für alle, die Fußball auch wegen seiner taktischen Intelligenz schätzen. Für alle anderen könnte aus der so genannten „Todesgruppe“ eine todlangweilige Veranstaltung werden. Die drei Großen, Frankreich, Italien und Holland, werden abwartend auftreten, sich belauern und aus einer sehr gut organisierten Defensive klug nach vorn spielen. Und selbst die Rumänen, die als Außenseiter relaxed aufspielen könnten, werden nicht den Fehler machen und wild drauflos stürmen. Nuancen entscheiden diese Gruppe. Und für die werden die Topspieler, die außergewöhnlichen wie Franck Ribéry bei Frankreich oder Andrea Pirlo und Luca Toni bei Italien sorgen.

Aber auch für sie stellt die Gruppe C eine besondere Herausforderung dar. Die Konzentration ist einen Tick größer. Taktisch und physisch sind alle noch mehr gefordert. Auch der Druck ist ungleich höher. Wer hier durchkommt, geht dafür mit breiter Brust in die K.o.-Runde. Sie werden die gefühlten Europameister sein. Nur wird es keiner von ihnen tatsächlich schaffen, weil ihnen im Finale die Puste ausgehen wird. Meine Favoriten sind Italien und Frankreich, weil beide diese Nuance kompakter, abgeklärter und schlicht besser sind. Rumänien wird die Großen ärgern, aber die Überraschung verpassen. Und Holland hätte das Potenzial, hat sich aber mit der defensiven Spielweise von Trainer Marco van Basten noch nicht angefreundet. Aber, wie gesagt, spektakulär wird es auf jeden Fall.

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