• Kolumne: Meine Champions League: Hakan Calhanoglu, Bayer Leverkusen und die Elfmeter

Kolumne: Meine Champions League : Hakan Calhanoglu, Bayer Leverkusen und die Elfmeter

Bayer Leverkusen stand schon einmal kurz vor dem Sieg gegen Atlético Madrid. Doch dann kam der Elfmeter von Hakan Calhanoglu. Nun soll es besser laufen.

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Die Leverkusener vor dem Champions-League-Spiel.
Die Leverkusener vor dem Champions-League-Spiel.Foto: dpa

Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht. Das ist schade für Hakan Calhanoglu, denn er hätte wohl ganz gern etwas korrigiert in diesem Achtelfinale der Champions League. Wie vor zwei Jahren trifft Bayer Leverkusen auf Atlético Madrid. Hakan Calhanoglu, Bayers mit Phantasie und Schussstärke gesegneter Spielmacher, denkt nicht so gern daran zurück. Er war damals in beiden Spielen die prägende Figur, aber der letzte Eindruck wirkt nach, und der war negativ. Weil nun der türkische Nationalspieler wegen einer sechs Jahre zurückliegenden Vertragsangelegenheit für vier Monate gesperrt ist, bleibt ihm die Gelegenheit zur Rehabilitation verwehrt.

Wie heute reiste Atlético schon im Frühjahr 2015 als Vorjahresfinalist nach Leverkusen. Bayer scherte sich daheim nicht darum und spielte groß auf. Symbolisch dafür stand das großartige Siegtor, eingeleitet durch ein Dribbling von Karim Bellarabi mit anschließendem Sohlenkick, genau in die Laufrichtung von Calhanoglu, der den Ball mit Urgewalt aus spitzem Winkel zum 1:0 unter die Latte jagte. Dieses Tor vereinte Schönheit und Entschlossenheit, aber von beidem war zwei Wochen später beim Rückspiel nichts mehr zu sehen. Bayer verzagte vor der leidenschaftlichen Kulisse im Estadio Vicente Calderón, kassierte früh das 0:1 durch Mario Suárez und rettete sich gegen ein keineswegs zwingendes Atlético ins Elfmeterschießen.

Es hätte diese Geschichte noch ein gutes Ende nehmen können, nachdem Raúl García den ersten Versuch weit über das Tor gesemmelt hatte. Calhanoglu trat als erster Leverkusener an, ein bekannt sicherer Schütze, aber er schritt so zaudernd zur Exekution, wie seine Mannschaft das gesamte Spiel gestaltet hatte. Drei Schritte Anlauf, den letzten ein wenig zögerlich, dann chippte er den Ball in die Mitte des Tores. Jan Oblak musste nur den linken Arm ein wenig ausfahren, dann war die Arbeit auch schon erledigt. Ähnlich mut- und phantasielos schaufelten in der Folge auch Ömer Toprak und Stefan Kießling den Ball in den Madrider Abendhimmel und die große Chance auf den Einzug ins Viertelfinale war vertan.

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