• Kolumne "Meine  Paralympics": Im Kanu bis nach Rio - und für Paralympics Zeitung bewerben

Kolumne "Meine  Paralympics" : Im Kanu bis nach Rio - und für Paralympics Zeitung bewerben

Jeden ersten Donnerstag im Monat schreibt Annette Kögel über den Wettstreit der Sportler mit Behinderung. Sie ist Mitbegründerin der Paralympics Zeitung des Tagesspiegel. Wie man sich jetzt für Brasilien bewirbt?

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Impressionen der letzten Spiele, das waren die Winterparalympics: Im März holte Anna Schaffelhuber in Sotschi ihre erste Goldmedaille bei Winter-Paralympics 2014.
Impressionen der letzten Spiele, das waren die Winterparalympics: Im März holte Anna Schaffelhuber in Sotschi ihre erste...Foto: Imago

Es gibt noch viel zu tun bis Rio 2016. Die Brasilianer müssen ihre Buchten noch ordentlich für die Wassersportwettbewerbe von Müll befreien – und alles muss auch für eine der beiden neuen paralympischen Disziplinen vorbereitet werden: Para-Kanu. Da wurden bei der WM in Mailand, die zur selben Zeit und am selben Ort wie die Wettkämpfe der Nichtbehinderten stattfand, die ersten Startplätze für die deutsche paralympische Mannschaft vergeben.

Gute Chancen für Berliner Para-Kanuten

Das Team Germany ist bei der Premiere in Brasilien dabei: Der Berliner Tom Kierey, der rechts einen Klumpfuß hat und im rechten Unterschenkel 85 Prozent weniger Muskeln, freute sich nach einem spannenden Rennen über den zweiten WM-Titel nach 2013. Damit hat er zwar noch keinen Startplatz für sich selbst errungen, doch die Chancen für Brasilien stehen sehr gut, denn so viele Konkurrenten gibt es nicht. Und die Hamburgerin Edina Müller holte Silber. Edina Müller, Edina Müller?

Klar, das ist doch die langjährige Rollstuhlbasketballerin, die in London 2012 Gold im Team holte, Hamburgs Sportlerin des Jahres wurde, vergangenen Sommer ihre Karriere im Nationalteam beendete und nun trotzdem noch mal zum Riesenevent will. Das passt, die querschnittgelähmte 32-Jährige wurde bei der WM Zweite. Den dritten Erfolg im deutschen Behindertenkanu-Team paddelte Ivo Kilian vom Halleschen KC herbei und holte über 200 Meter Bronze. Die Final-Platzierungen mit dem Kajak über 200 Meter bedeuteten zwei Startplätze für die Paralympics 2016.

Schon mindestens zwei von insgesamt fünf möglichen Tickets nach Rio errang das deutsche Team bei der Bogensport-(Heim)-WM in Donaueschingen, im Fürstlichen Reitstadion. Die Startplätze für Deutschland holten Jennifer Heß und Uwe Hertel. Gute Chancen hat auch noch Michael Müller, der laut dem deutschen Behindertensportverband aber noch die endgültige Berechnung des komplexen Listensystems abwarten muss.

Blindenfußballer verpassen Finale

Im Para-Leistungssport kann man sich eben in die teils kompliziert Regularien gar nicht so schnell einarbeiten, wie die Teams Erfolge holten. Bei der Blindenfußball-EM verpasste das deutsche Team wegen des schlechteren Torverhältnisses indes das Halbfinale – nichts mit Brasilien. Die Sportler werden sich mindestens so ärgern wie die Sledgehockeyspieler, die zuletzt regelmäßig an den Winterspielen vorbeischlidderten.

Nun sind als Nächste die Ruderer aam Start, im französischen Aiguebelette, bis zum 6. September. Und nicht zu vergessen: Deutschlandweit können sich auch Jungjournalisten qualifizieren, und zwar für die Redaktion der Paralympics Zeitung 2016, und noch bis zum 1. Oktober.

Die Arena im Internet: www.tagesspiegel.de/paralympics

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