Kolumne von Frank Lüdecke : Inspiration trifft Transpiration

Unser Kolumnist und Kabarettist ist angetan vom ersten Spiel der Deutschen. Aber was war nur mit den Achseln von Joachim Löw los?

Frank Lüdecke
Feuchter Gebieter. Joachim Löw im dunkelgrau gefleckten T-Shirt.
Feuchter Gebieter. Joachim Löw im dunkelgrau gefleckten T-Shirt.Foto: dpa

Na also, geht doch! Wieder ein Sieg im Auftaktspiel eines großen Turniers und die erste Mannschaft, die mit zwei Toren Unterschied gewinnt. Vieles wurde von den Experten gelobt. Engagement, Leidenschaft und dass es Bastian Schweinsteiger gelungen ist, in einem zweiminütigen Einsatz von der Mittellinie bis zum gegnerischen Tor zu laufen. Und das sogar recht flott.

Klasse.

Ist das die Abwehr, mit der wir ins Finale kommen?

Ein paar Fragen bleiben aber. Ist das die Abwehr, mit der wir bis ins Finale vorstoßen? Sie besteht derzeit aus einem überragenden Torwart, zwei Außen- und zwei Innenverteidigern und einer gehörigen Portion Glück. Ob das Glück dieses hohe Niveau auch in den nächsten Begegnungen wird halten können, sei mal dahingestellt.

Etwas anderes ist mir noch aufgefallen. Es ist ja so: Die Verwissenschaftlichung des Fußballs schreitet immer weiter voran. Sie wird geprägt von Trainingsmethodikern, Ernährungswissenschaftlern und Sportmedizinern. Und Datenanalysten, die mit hochauflösenden Kameras jede Bewegung der Spieler erfassen und dokumentieren. Nur – wie kann es da sein, dass uns der Trainer des amtierenden Weltmeisters und größten Fußballverbandes der Welt schon nach fünf Spielminuten handtellergroße Schweißflecken unter den Achseln präsentiert? Die Transpirationsforschung hat doch in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht! Dauerschutz gegen Achselnässe und Körpergeruch soll bereits bis zu 48 Stunden möglich sein. Echt wahr! Und sogar ein langanhaltender frischer Duft wird garantiert. Im Drogeriemarkt Ihres Vertrauens gibt es diesbezüglich eine breite Produktpalette.

Wie Loriots Nudel

Aber unser Trainer? Steht mit diesem ästhetischen Manko an der Seitenlinie und gibt seine brillanten taktischen Anweisungen. Das ist ein ganz blöder und profaner Widerspruch zwischen Inspiration und Transpiration. Nimmt auch was von der Autorität, wie Loriots Nudel. Und außerdem sind auch das Bilder, die von hochauflösenden Kameras erfasst und von spezialisierten Datenanalysten ausgewertet werden und die womöglich den Schluss nahelegen: Sind die Deutschen nicht optimal vorbereitet!?

Die Unterhosen-Problematik

Ich hoffe, dass zumindest die neuesten Änderungen des Regelwerks beim DFB angekommen sind. Da gibt es ja ein tolles Highlight. Wussten Sie das? Bei der EM in Frankreich müssen sichtbare Unterhosen dieselbe Farbe haben wie die Hosen selbst. Lassen wir dabei mal mal den Begriff „sichtbare Unterhose“ unkommentiert. Unsere Spielerhosen sind schwarz. Heißt dass, wenn Shkodran Mustafi das nächste Mal zu einem wuchtigen Kopfball ansetzt und es wird weißer Stoff seiner Unterwäsche sichtbar – dass dem Treffer dann die Anerkennung verweigert werden muss? Ich hoffe, der DFB ist vorbereitet.

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